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Deutscher Dokumentarfilmpreis : Die Zukunft der Menschheit

  • Aktualisiert am

Greta Thunberg im Film „Ich bin Greta“ Bild: dpa

Nathan Grossmans Film „Ich bin Greta“ gewinnt den Deutschen Dokumentarfilmpreis. Georg Stefan Troller wird für sein Lebenswerk geehrt. Wiebke Pöpels Film über den Komponisten Helmut Lachenmann gewinnt den Musikpreis.

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          Der Hauptpreis des deutschen Dokumentarfilmpreises 2021 geht an den schwedischen Regisseur Nathan Grossman für seinen Film „Ich bin Greta“. Die mit zwanzigtausend Euro höchstdotierte Auszeichnung für einen deutschsprachigen Dokumentarfilm würdige, dass Grossmans Film sich zwar stark auf die Person Greta Thunberg fokussiere, aber genau in dieser Konzentriertheit zeige sich, „dass es um etwas sehr Großes geht - nämlich um nicht weniger als um die Zukunft der Menschheit“, teilte der Südwestrundfunk am Freitagabend in
          Baden-Baden mit.

          Grossmann begleitete die Umweltaktivistin Thunberg aus
          unmittelbarer Nähe von Beginn an, ohne zu wissen, wie bekannt sie einmal werden würde, wie die Jury des SWR Doku Festivals anlässlich der virtuellen Preisverleihung erklärte. Der Film beginne mit dem sichtbaren Schulstreik der damals Fünfzehnjährigen vor dem schwedischen Parlament und lasse die Zuschauenden Thunbergs Weg aus der persönlichen Sicht der Aktivistin erleben.

          Der Komponist Helmut Lachenmann im November 2015
          Der Komponist Helmut Lachenmann im November 2015 : Bild: dpa

           Erstmals verliehen wurde beim SWR Doku Festival der „Ehrenpreis für das Lebenswerk“, der an Georg Stefan Troller geht. „Der heute 99-Jährige schuf beinahe ein Jahrhundert lang großartige Werke für Print, TV und Radio und hat das deutsche Fernsehen bedeutend mitgeprägt“, hieß es in der Begründung der Jury. Trollers Erzählweise sei zum Vorbild für viele Journalistinnen und Journalisten geworden. In der Antwort auf die Laudatio sagt Troller, dieser Preis für seine mehr als 150 Filme ersetze ihm auch die rund 30 Auszeichnungen, die Reinigungskräfte „entsorgt“ hatten, als er in den Ruhestand ging
          und sie in einem Karton in seinem ehemaligen Büro kurz
          zwischenlagerte. Die Auszeichnung sei die Würdigung, die er sich als gebürtiger Österreicher, der vor den Nazis fliehen musste, in Deutschland immer gewünscht habe.

          Den mit fünftausend Euro dotierten Preis für Kunst und Kultur erhält Alison Kuhn für „The Case you“ für die Geschichte von fünf Schauspielerinnen, die systematische sexuelle und gewaltsame Übergriffen in der Filmbranche erlebten. Den Musikpreis mit ebenfalls fünftausend Euro erhält Wiebke Pöpel für ihren Film „Helmut Lachenmann - My Way“ über den Lebensweg des Komponisten Helmut Lachenmann. „Was tun“
          von Michael Kranz wird sowohl mit dem mit dreitausend Euro dotierten Förderpreis des Hauses des Dokumentarfilms als auch mit dem neuen Publikumspreis der Landesschau in gleicher Höhe ausgezeichnet. Kranz hat sich den Angaben zufolge auf die Suche nach einer jungen Frau in Bangladesch gemacht, die Michael Glawogger sieben Jahre vorher als fünfzehnjährige Zwangsprostituierte porträtiert hatte.

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