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Deutsche Schauspielerinnen : Glücklicher als mancher Star in Hollywood

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Gedeck, Tabatabai und Uhl (v.l.) beim F.A.Z.-Gespräch Bild: F.A.Z.-Christian Thiel

Frauen sind heute nicht nur sexy, sondern auch kraftvoll: Ein Gespräch mit Martina Gedeck, Jasmin Tabatabai und Nadja Uhl, allesamt nominiert für den Deutschen Filmpreis, über Fernsehen und Kino, Erotik und Familie.

          Frauen dürfen heute nicht nur sexy, sondern auch kraftvoll sein: Ein Gespräch mit Martina Gedeck, Jasmin Tabatabai und Nadja Uhl, allesamt nominiert für den Deutschen Filmpreis, über Fernsehen und Kino, Erotik und Familie.

          Franka Potente hat hier 2002 mal gesagt, sie habe schon seit einem Jahr nichts mehr gemacht, weil einfach nicht die richtigen Angebote kämen. Kennen Sie diese Art von Frustration?

          Martina Gedeck: Man muß schon warten, bis man das richtige Buch bekommt. Nachdem ich „Bella Martha“ gedreht habe, kam erst mal drei Jahre kein Kinoangebot, das mir gefiel. Ich hab' schon viel gedreht, aber ich habe Fernsehen gemacht. Im Ausland wurde ich damals oft gefragt, wann kommt ein neuer Kinofilm mit dir? Das ist bei uns schon seltsam.

          Gedeck, Tabatabai und Uhl (v.l.) beim F.A.Z.-Gespräch Bilderstrecke

          Jasmin Tabatabai: Man hat fast das Gefühl, daß es eine Art Berührungsangst gibt. Grundsätzlich kann man sagen, daß wenn jemand einen erfolgreichen Film gemacht oder einen Preis bekommen hat, daß dann die Angebote erst mal ausbleiben. Als würde eine Scheu herrschen, einen Schauspieler weiterzubesetzen. Es wird lieber entdeckt, als sich an die Stars herangetraut. Schauspieler, die etabliert sind, schwimmen also keineswegs in Drehbüchern - bei mir war das zumindest nie so.

          Nadja Uhl: Ich habe mich lange und auch ganz bewußt in einer Grauzone zwischen Bekannt- und Unbekanntsein bewegt. Ich höre jetzt manchmal von Kollegen, daß sich das mit dem Kinoerfolg von „Sommer vorm Balkon“ ändern könnte, verdränge aber solche Gedanken, um mir nicht die Kraft zu rauben. Man kann auch einen guten Fernsehfilm drehen und künstlerisch erfüllt sein. Es ist nur ein Teufelskreis, denn es gibt leider das Denken, daß man sich mit Fernsehrollen fürs Kino verdirbt. Das wäre schade, denn zur Zeit ist das deutsche Kino sehr stark.

          Gedeck: Es geht nicht darum, ob das Kino stark ist. Sondern ob man das Gefühl hat, daß an einem bestimmten Punkt das eigene Potential auch ausgeschöpft wird durch die Angebote. Es gibt schon gute Bücher auf dem Markt, aber es ist nicht so, daß wie in Amerika oder Frankreich auch mal gezielt und vor allem kontinuierlich Stoffe für Schauspieler entwickelt werden. Auch bei den Männern nicht. Schaut euch mal Jürgen Vogel an oder Moritz Bleibtreu. Es ist nicht so, daß ab einem bestimmten Punkt die Sache von alleine läuft. Eigentlich müßte es so sein, daß die Drehbücher mit dir kompatibel gemacht werden und nicht umgekehrt. Insofern kann es passieren, daß zwar tolles Kino gemacht wird, aber trotzdem keine Rollen für dich dabei sind.

          Uhl: Man muß immer sehr sorgfältig auswählen, und man weiß, wie wertvoll ein hochwertiges Angebot ist, weil es ja eine Menge guter Schauspieler gibt. Ich habe allerdings die Erfahrung gemacht, daß es eine durchaus große Bereitschaft gab, an Büchern zu arbeiten, wenn konstruktive Vorschläge von seiten der Schauspieler gemacht wurden.

          Wie oft kam das denn vor, daß jemand gezielt für Sie was geschrieben hat?

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