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Sir Christopher Lee ist tot : Der britische Großmeister des Makabren

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Bild: Picture-Alliance

Als Dracula ist er berühmt geworden, Schreckensgestalten waren sein Charakterfach: Der britische Schauspieler Christophe Lee ist tot. Kein Schauspieler stand in mehr Filmen vor der Kamera als er.

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          Der britische Schauspieler Christopher Lee, berühmt geworden in seiner Rolle als „Graf Dracula“, ist tot. Lee starb im Alter von 93 Jahren, berichtet der „Guardian“ unter Berufung auf seine Familie an diesem Donnerstag. Der „Daily Telegraph“ veröffentlichte eine Kopie der Sterbeurkunde Lees. Demnach starb er am Sonntag in einem Londoner Krankenhaus. Londons Bürgermeister Boris Johnson würdigte den Verstorbenen als „einen der größten britischen Schauspieler“ und „Meister des Makabren“.

          Christopher Lee im November 2002 in Wiesbaden
          Christopher Lee im November 2002 in Wiesbaden : Bild: Picture-Alliance

          Christopher Frank Carandini Lee, am 27. Mai 1922 in London als Sohn eines britischen Oberst und einer italienischen Gräfin geboren, entschloss sich nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem er bei der britischen Luftwaffe und der Nachrichtentruppe diente, Schauspieler zu werden. Von 1947 an spielte er in mehr als dreißig Filmen kleine Rollen, ehe er 1957 als Monster in Terence Fishers "Frankensteins Fluch" den Grundstein für eine große Karriere legen konnte. Mit diesem Film begann die englische Firma Hammer-Productions die literarischen Vorlagen der Horrorfilme Hollywoods neu zu verfilmen, und Christopher Lee wurde bevorzugter Darsteller der klassischen Monsterrollen.

          Ein Feinschmecker nimmt Maß: Christopher Lee 1969 mit Linda Hayden in „Taste The Blood Of Dracula“.
          Ein Feinschmecker nimmt Maß: Christopher Lee 1969 mit Linda Hayden in „Taste The Blood Of Dracula“. : Bild: Picture-Alliance

          Den internationalen Durchbruch der Horrorwelle und des Schauspielers brachte der 1958 gedrehte Film "Dracula". Achtmal in 15 Jahren verkörperte Lee insgesamt den gefürchteten Vampir und konnte zudem in diesen Jahren in zahlreichen europäischen und amerikanischen Produktionen Monstergestalten vielfach variieren. Um sich von diesem Image zu lösen, zog Lee in den siebziger Jahren nach Los Angeles und stand etwa als Gegenspieler von James Bond in "The Man with the Golden Gun" (1974) und Dr. Catheder in "Gremlins" (1983) vor der Kamera. Eine Hauptrolle übernahm er auch in "Gremlins II - Die Rückkehr der kleinen Monster" (1989).

          In den achtziger und neunziger Jahren arbeitete Lee zunehmend auch für das britische Fernsehen, das ihn für Serien wie "The Avengers" oder "Alfred Hitchcock Presents" verpflichtete und für mehrere Produktionen mit dem Titel "Die Goldenen Jahre des Sherlock Holmes".

          Ein Abtrünniger wehrt sich: Christopher Lee als Zauberer Saruman in „Der Herr der Ringe“ (2000).
          Ein Abtrünniger wehrt sich: Christopher Lee als Zauberer Saruman in „Der Herr der Ringe“ (2000). : Bild: dpa

          In den neunziger Jahren brachte Lee es auf über 40 Rollen, insgesamt sind es seit den Vierzigern über 220 - die Zahl gilt als Weltrekord. Herausragend in der langen Liste der Produktionen und nach seinen eigenen Angaben die Erfüllung eines lange gehegten Traumes war dann 2000/2001 die Verfilmung des legendären Fantasy-Trilogie "Der Herr der Ringe" von J.R.R. Tolkien unter der Regie von Peter Jackson, in der Lee den finsteren Zauberer Saruman spielte.

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