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Da Vinci Code : „Es gibt ein Milieu, das diesen Film nicht möchte“

  • Aktualisiert am

Hollywood am Louvre: Tom Hanks und Audrey Tautou Bild: dpa

Für Hauptdarsteller Tom Hanks ist der Film ein Spaß, „voll mit Unsinn“. Teile der Kirche aber wittern Blasphemie. Ein FAZ.NET-Spezial mit Fakten, Hintergründen und Kuriosem zu Ron Howards „Da Vinci Code“ nach Dan Browns Bestseller.

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          Für Hauptdarsteller Tom Hanks ist der Film ein Spaß, „voll mit Unsinn“. Teile der Kirche aber wittern Blasphemie. Der „Da Vinci Code“ nach Dan Browns Bestseller kommt in die Kinos. FAZ.NET-Spezial mit Fakten, Hintergründen und Kuriosem zur Premiere des Films.

          Sonderzug nach Cannes

          Satte 125 Millionen Dollar (etwa hundert Millionen Euro) kostete die Verfilmung des Weltbestsellers „The Da Vinci Code“ („Sakrileg“). Um das riesige Budget wieder auszugleichen, müßte ein Großteil der mehr als 30 Millionen Buchkäufer auch ins Kino gehen. Um sie und auch mögliche Nicht-Leser zu locken, greift Hollywood für Cannes noch einmal tief in die Tasche. So sollen Hauptdarsteller Tom Hanks, Audrey Tautou und ihre Mitdarsteller von Jürgen Prochnow bis Paul Bettany und Jean Reno per Sonderzug aus London an die französische Mittelmeerküste rollen. In Cannes feiert der Film am 17. Mai seine Weltpremiere; er wird beim Festival außer Konkurrenz laufen. In die Kinos kommt der Film am Mittwoch in Frankreich, am Donnerstag in Deutschland und am Freitag in den Vereinigten Staaten und dem Rest der Welt.

          Vor der weltweiten Premiere
          Vor der weltweiten Premiere : Bild: dpa/dpaweb

          „Pseudo-historische Kunst“

          Der offizielle Prediger von Papst Benedikt XVI. hat die Karfreitagsliturgie für eine scharfe Kritik an „pseudo-historischer Kunst“ genutzt. Bestimmte Romane, Filme und wissenschaftliche Veröffentlichungen nutzten den Namen von Jesus Christus, um ihre Verkaufszahlen in die Höhe zu treiben. Ohne den Bestseller Dan Browns beim Namen zu nennen, ging er mehrfach auf Inhalt und Erfolg des Romans über ein angeblich geheimes Liebesleben von Jesus ein. Die Menschen seien heutzutage fasziniert „von jeder neuen Theorie, nach denen Christus weder gekreuzigt noch gestorben ist, sondern mit Maria Magdalena davongelaufen ist“, sagte Raniero Cantalamessa, der das Amt des Predigers des päpstlichen Hauses innehat. „Niemand wird diese Welle an Spekulationen stoppen können, die sich mit dem bevorstehenden Start eines bestimmten Filmes noch steigern werden.“

          Boykottaufruf

          Angelo Amato, die Nummer zwei hinter Kardinal Ratzinger zu dessen Zeiten als Chef der Glaubenskongregation, hat in einer Rede an der Päpstlichen Universität vom Heiligen Kreuz, welche von Opus Dei geleitet wird, erklärt: „Ich hoffe, Sie alle boykottieren diesen Film.“ Er sei voller „Beleidigungen, Verleumdungen, historischer und theologischer Irrtümer in bezug auf Jesus, das Evangelium und die Kirche“. Hätte man den Koran oder die Schoa derart behandelt, so der Priester weiter, würde das „eine weltweite Revolte“ ausgelöst haben.

          Peinlicher Erfolg

          Der Louvre meldet für das vergangenen Jahr einen neuen und spektakulären Besucherrekord: Die Zahl der verbuchten Eintritte stieg von 6,7 Millionen im Jahr 2004, das bereits das beste aller Zeiten war, auf 7,3 Millionen Besucher. Die Verantwortlichen nennen die zusätzliche Öffnung am Donnerstag abend, den Erfolg der Ausstellungen und den verbesserten Empfang der Besucher als Grund. Eher peinlich ist ihnen, daß die absolute Spitzenquote auch dem Modephänomen „Da Vinci Code“ zu verdanken ist. Dessen Einfluß spielen sie herunter: Er sei feststellbar, aber „nicht gigantisch“. Tourismusveranstalter organisieren Rundfahrten zu den Stätten, die in Dan Browns Bestseller als Orte der Handlung auftauchen. Einen noch stärkeren Boom erwartet man, wenn der Film in die Kinos kommt.

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