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Christopher Walken im Gespräch : Waren Sie scharf auf Judy Garland, Mister Walken?

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Er war ein Bond-Bösewicht und Captain Koons in „Pulp Fiction“, er tanzte mit Liza Minnelli und Madonna, spielte in über hundert Filmen und gewann einen Oscar: Christopher Walken über Kostümklau, Kochen für Kleopatra und seine Traumrolle.

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          Er gilt als wortkarg. Und wirkt ein wenig unheimlich mit seinem bleichen Vampirteint und dem unergründlichen Haifischlächeln. Doch beim Filmfestival von Marrakesch entpuppt sich Christopher Walken als ausgesprochen reizender Gesprächspartner.

          Sie arbeiten seit sechs Jahrzehnten im Showbusiness, haben mehr als hundert Filme gedreht, einen Oscar und viele weitere Preise gewonnen und sind nach wie vor gut im Geschäft. Was ist das Geheimnis Ihres Erfolges?

          Glück! Und harte Arbeit. Ich bin schon als knapp zehnjähriger Knirps in unzähligen Fernsehshows aufgetreten. Damals war man in New York als Kinderdarsteller sehr gefragt, wenn man singen, tanzen und sich ein paar Zeilen Text merken konnte. Meine Mutter war völlig vernarrt in Theater, Film und Fernsehen - sie hat meine Brüder und mich extrem gepusht und uns beispielsweise schon in frühester Kindheit zum Stepptanz-Unterricht geschickt. Heute bin ich ihr dafür sehr dankbar. Denn ich war ein lausiger Schüler und wäre bestimmt nie Arzt oder Anwalt geworden. Allerdings habe ich auch nie eine Schauspielkarriere angestrebt. Eigentlich glaube ich bis heute nicht, dass ich ein richtiger Schauspieler bin.

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          Wie bitte? Was denn sonst?

          Eher ein Tänzer. Das Tanzen war stets meine wahre Leidenschaft. Als ich in Musicals auftrat, bekam ich irgendwann das Angebot, in einem Theaterstück mitzuspielen. Und dann wurde ich eines Tages für den Film entdeckt. So bin ich langsam in diesen Beruf hineingerutscht. Ich bereue das überhaupt nicht. Aber ich würde wahnsinnig gern mal wieder ein Musical machen - und zwar möglichst bald, solange ich mich noch bewegen kann!

          Immerhin haben Sie es geschafft, in fast alle ihre Filme eine Tanzszene einzuschmuggeln - nicht nur in Musical-Adaptionen wie „Tanz in den Wolken“ oder „Hairspray“, sondern auch in Filme wie „Die Hochzeits-Crasher“ und „Catch Me If You Can“. Lassen Sie sich das vertraglich garantieren? Oder sagen Sie zum Regisseur: „Wäre es nicht schön, wenn ich an dieser Stelle . . .“?

          Nein, nein. Ich frage gar nicht erst, ich mache es einfach. Meine Tanzeinlage ist ja immer nur ein Angebot an den Regisseur: Wenn sie ihm nicht passt, kann er sie jederzeit wieder aus dem Film herausschneiden.

          Stimmt es, dass Sie als Jugendlicher mal auf einer Party mit der Schauspielerin Judy Garland getanzt haben, die damals mehr als doppelt so alt war wie Sie?

          Ja. Ich war achtzehn und stand in New York mit Liza Minnelli in dem Musical „Best Foot Forward“ auf der Bühne. Damals wusste kaum jemand, dass sie die Tochter von Judy Garland war. An Lizas sechzehntem Geburtstag veranstaltete ihre Mutter eine große Feier, zu der die ganze Musical-Truppe eingeladen war. Da habe ich dann mit Judy getanzt. Wissen Sie, sie sah extrem gut aus. Sie war zwar unglaublich klein, aber sehr sexy.

          Waren Sie scharf auf sie?

          O ja. Ich sage Ihnen, sie war wirklich eine heiße Braut!

          Inzwischen sind Sie seit mehr als vierzig Jahren mit Ihrer Frau Georgianne verheiratet. Das ist ja in Ihrer Branche fast schon rekordverdächtig. Wie sieht Ihr Rezept für eine glückliche Ehe aus?

          Ach, ich glaube, ich bin ganz umgänglich: Es ist ziemlich leicht, mit mir auszukommen. Außerdem tut es einer Beziehung gut, wenn man nicht rund um die Uhr aneinanderklebt. Meine Frau ist als Casting-Agentin beruflich an New York gebunden, während ich mich gern in unser Domizil in Connecticut zurückziehe.

          Ist es wahr, dass Ihre Tage zu Hause fast immer nach dem gleichen Schema ablaufen?

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