https://www.faz.net/-gqz-9it1z

Ausgezeichnet: Nadine Labaki (hier in Marrakesch) erhielt in Cannes für Capernaum den Preis der Jury. Bild: AP

Regisseurin Nadine Labaki : „Ich will Menschen zwingen hinzuschauen“

Für „Capernaum“ erhielt Nadine Labaki in Cannes den Preis der Jury, nun läuft der Film im Kino. Die Regisseurin erzählt, wie sich Realität und Fiktion bei den Dreharbeiten in Beirut vermischten – und wie sie mitunter ihre Darsteller aus der Haft holen musste.

          4 Min.

          Frau Labaki, Ihr Film trägt den Titel „Capernaum“. Warum?

          Maria Wiesner
          Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.

          Eigentlich ist Capernaum der Name eines biblischen Dorfes, das Jesus verflucht hat. Der Name wurde später zum Synonym für Unordnung und einen Ort, an dem alle Dinge drunter und drüber gehen. Im Französischen ist es ein geflügeltes Wort für Chaos. Während wir am Film arbeiteten, schrieben wir die Dinge an eine Tafel, von denen der Film handelt. Sie sind alle miteinander verwoben: Kinderarbeit, Armut, Menschen ohne Ausweispapiere, die Flüchtlingskrise, Kinderheirat. Man kann über das eine nicht ohne das andere reden. Und während wir diese Übersicht aufstellten, entfuhr es mir: „C’est un capharnaüm.“ Es ist komplettes Chaos, in dem wir leben.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Für den Lebensabschnitt, der ganz besonders als Baustelle bekannt ist: Blick in eine Küche des Studierendenhauses in Basel.

          Wohnen der Zukunft : Häuser für eine andere Welt

          In der Schweiz revolutionieren junge Büros wie Duplex Architekten mit aufsehenerregenden Wohnexperimenten unsere Vorstellung von der Zukunft der Stadt. Wie könnte die aussehen?