https://www.faz.net/-gs6-797xr

Filmfestspiele : Panik nach Schüssen in Cannes

  • Aktualisiert am

Die Jury-Mitglieder Daniel Auteuil (M.) und Christoph Waltz werden in Sicherheit gebracht Bild: AFP

Während einer live übertragenen Fernsehshow in Cannes löste ein Mann mit zwei Schüssen aus einer Schreckschusspistole eine Panik aus. Der Mann hatte auch eine Granaten-Attrappe und ein Klappmesser bei sich.

          Erst ein spektakulärer Juwelendiebstahl, dann Schüsse: Die Filmfestspiele in südfranzösischen Cannes werden zum einem echten Krimi-Tatort. Ein 42 Jahre alter Mann löste am Freitagabend während einer live übertragenen TV-Show mit zwei Schüssen aus einer Schreckschusspistole eine Panik aus.

          Die Open-Air-Fernsehbühne am Prachtboulevard Croisette wurde evakuiert; viele Gäste flohen, darunter die beiden Festival-Jurymitglieder Christoph Waltz (56) und der Franzose Daniel Auteuil (63). Erst nach der Festnahme des Mannes konnte Entwarnung gegeben werden. Er leidet nach ersten Ermittlungen der Behörden unter psychischen Problemen.

          Zunächst hatten die Anwesenden allerdings mit dem Schlimmsten rechnen müssen. Neben der Schreckschusspistole hatte der 42 Jahre alte Täter auch eine Granaten-Attrappe und ein Klappmesser bei sich. Als Sicherheitskräfte „Granate, Granate“ gerufen hätten, sei im Publikum und auf der Bühne Panik ausgebrochen, berichtete ein Augenzeuge der Regionalzeitung „Nice Matin“. Die Show des Senders Canal+ wurde daraufhin unterbrochen.

          „Alle haben einen kühlen Kopf bewahrt“

          Bei seiner Festnahme rief der Mann: „Ich tue dies im Namen meines Gottes.“ Ein im Internet verbreitetes Amateurvideo zeigt, wie mehrere Polizisten den Mann zu Boden drücken während einer anderer mit seiner Waffe auf ihn zielt.

          „Es gab ein bisschen Beunruhigung und auch Angst, aber alle haben einen kühlen Kopf bewahrt“ kommentierte Moderator Michel Denisot im Anschluss zu den Ereignissen. Nach einer kurzen Unterbrechung wurde die Übertragung des „Grand Journal“ mit den Stars Waltz und Auteil fortgesetzt. Die beiden waren als Gäste in der Sendung.

          Erst in der Nacht zum Freitag hatten Juwelendiebe aus einem Hotelzimmer in Cannes Schmuckstücke der Luxusgütermanufaktur Chopard gestohlen. Sie lagen im Tresor einer Mitarbeiterin des Unternehmens und waren nach Angaben der Ermittler schätzungsweise 1,4 Millionen Dollar (1,1 Mio. Euro) Wert.

          Chopard ist offizieller Partner des Festivals und stattet Stars für ihre Auftritte auf dem Roten Teppich mit Leihgaben aus. Julianne Moore, Lana Del Rey oder Cindy Crawford hatten bereits an den ersten Tagen Schmuck des schweizerischen Traditionsunternehmens getragen.

          Chopard stellt nicht nur Schmuck für die Stars, sondern auch den Filmpreis „Goldene Palme“. Die mehr als 20 000 Euro teure Trophäe aus 118 Gramm Gold soll sich jedoch nicht im Tresor befunden haben. Sie wird zum Abschluss des Festivals am kommenden Wochenende an den Macher des besten Wettbewerbsfilms übergeben.

          Französische Medien sahen sich bei der spektakulären Tat an den Kultfilm „Über den Dächern von Nizza“ (1955) mit Cary Grant und Grace Kelly erinnert. Er erzählt von einem ehemaligen Juwelendieb. Der Film wurde teilweise im Hotel Carlton in Cannes gedreht.

          Weitere Themen

          Schlag gegen illegalen Sprengstoffhandel

          Großeinsatz : Schlag gegen illegalen Sprengstoffhandel

          Ein Großeinsatz der Polizei in neun Bundesländern, Kroatien und Litauen war erfolgreich. Dabei ging es um illegalen Sprengstoffhandel und um eine Internetplattform auf der Anleitungen zum Bau von Kriegswaffen, Bomben und zur Herstellung von Sprengstoff veröffentlicht waren.

          Millionenstadt versinkt im Meer Video-Seite öffnen

          Neue Hauptstadt gesucht : Millionenstadt versinkt im Meer

          Jakarta steht vor dem Untergang. Ein Drittel von Indonesiens Hauptstadt könnte bis 2050 vom Meer verschlungen werden. Ursachen sind ein Absinken des Grundwasserspiegels, die starke Bebauung und der durch den Klimawandel verursachte Anstieg des Meeresspiegels.

          Topmeldungen

          Johnson besucht Berlin : Warten auf ein erstes Blinzeln

          Der britische Premierminister Boris Johnson droht der EU mit einem harten Brexit und lockt mit vagen Zugeständnissen – doch in Brüssel und Berlin wächst nur das Unverständnis.
          CSU-Politiker Markus Söder

          Gesetzesvorstoß : Söder will Negativzinsen verbieten

          Bayerns Ministerpräsident will ein Gesetz in den Bundesrat einbringen, um Bankeinlagen von Normalsparern bis 100.000 Euro vor Strafzinsen zu schützen. Allerdings haben Gerichte bereits juristische Grenzen für Minuszinsen auf Kontoguthaben gezogen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.