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Warren Beatty zum Achtzigsten : Bonnies Clyde

Der Inbegriff des Ganovenpaars: Warren Beatty 1967 mit Faye Dunaway in „Bonnie and Clyde“ Bild: Picture-Alliance

Sein Lächeln macht ihn sympathisch auch in weniger sympathischen Rollen. Nur dreiundzwanzig Filme drehte er in fünfundfünfzig Jahren – genug für eine beachtliche Zahl an Ehrungen. Warren Beatty zum achtzigsten Geburtstag.

          Das ungläubige Lächeln mit etwas schiefem Mund, das Warren Beatty in der Oscar-Nacht vor einigen Wochen zeigte, als er ohne Schuld einen falschen Gewinner annoncierte, dieses Lächeln ist immer eine Art Markenzeichen für ihn gewesen. Es macht ihn sympathisch auch in weniger sympathischen Rollen, weil es linkisch wirkt, als täte er, was er gerade tut, nicht ganz aus freien Stücken und sei also nicht völlig dafür verantwortlich. Eine nicht unbeträchtliche Portion Charme liegt in diesem Lächeln. Etwas, das nicht altert.

          Verena Lueken

          Redakteurin im Feuilleton.

          Aus diesem Charme und seinem blendenden Aussehen, so dachte Anfang der sechziger Jahre der große Regisseur Elia Kazan, ließe sich ein neuer Marlon Brando, ein neuer James Dean machen. Das hat nicht ganz geklappt. Aber aus Beatty wurde für die Jahre, in denen das Studiosystem vom unabhängigen New Hollywood ausgehöhlt wurde, ein wichtiger Spieler.

          „Bonnie and Clyde“ (1967) gäbe es ohne Beatty nicht, der den Film produzierte, das Drehbuch immer wieder überarbeiten ließ, Arthur Penn als Regisseur verpflichtete und schließlich selbst diesen Bankräuber spielte, in dem das Lebensgefühl der Sechziger sich spielerisch spiegelte, was für die Romantik gilt wie für die Gewalt, in der alles endet.

          Angesichts von nur dreiundzwanzig Filmen in fünfundfünfzig Jahren, bei denen Beatty teilweise selbst Regie führte, die er teilweise selbst geschrieben und produziert hat, ist die Liste seiner Auszeichnungen und Nominierungen lang. Was belegt, wie gut Beatty in Hollywood vernetzt ist. Hätte er Chancen gehabt, Präsident der Vereinigten Staaten zu werden, wie er es zu Beginn des Jahrtausends für eine Weile überlegte? Vielleicht hat seine Schwester Shirley MacLaine die Sterne gelesen und ihm abgeraten. Stattdessen hat er noch einmal einen Film gedreht: „Rules Don’t Apply“ kam im vergangenen November in die amerikanischen Kinos, und Beatty spielt, was er im Leben auch hätte sein können: einen Studioboss. Allerdings einen besonderen, nämlich Howard Hughes. An diesem Donnerstag wird Warren Beatty achtzig.

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