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Ehrenbär für Isabelle Huppert : Virtuosin der Verwandlung

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Immer wieder souverän: isabelle Huppert im Oktober bei einen Auftritt für das Modelabel Balenciaga Bild: AFP

Die Schauspielerin Isabelle Huppert bekommt bei der Berlinale 2022 einen Goldenen Bären für ihr Lebenswerk. Kaum jemand hat diese Auszeichnung so sehr verdient wie sie.

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          Sie hat Hauptrollen in fast hundert Filmen gespielt, von der „Spitzenklöpplerin“ aus dem Jahr 1977 bis „Frau mit berauschenden Talenten“ im vergangenen Jahr. Jetzt bekommt die französische Film- und Theaterschauspielerin Isabelle Huppert den Goldenen Ehrenbären der 72. Berlinale, die vom 10. bis zum 20. Februar 2022 stattfindet. Es ist die verdiente Anerkennung für eine Künstlerin, die jede Festlegung auf einen bestimmten Rollentypus vermieden und ebenso souverän wie leichthändig die verschiedensten Figuren gespielt hat.

          In ihrer gut fünfzigjährigen Karriere hat sie für viele der großen Meister des Kinos vor der Kamera gestanden, so mehrmals für Claude Chabrol, Jean-Luc Godard und Michael Haneke, aber auch für Werner Schroeter, Wes Anderson, Bertrand Tavernier und François Ozon.

          Sie war Hanekes Klavierspielerin

          Zum Schlüsselerlebnis ihrer Laufbahn wurde ihr Auftritt in Michael Ciminos monumentalem Spätwestern „Heaven's Gate“. Als der Film im Jahr 1980 in Amerika in die Kinos, war er ein Flop, der die Produzenten ruinierte und Huppert die Aussicht auf einen Erfolg in Hollywood verstellte. In Europa, wo sie fortan blieb, prägte sie durch ihre Rollen den französischen Film seit den achtziger Jahren entscheidend. Aber auch die „Klavierspielerin“, die sie für in Hanekes Verfilmung von Elfriede Jelineks Roman verkörperte, und ihr Auftritt in Paul Verhoevens Thriller „Elle“ bleiben für Kinozuschauer unvergesslich.

          Mit den Berliner Filmfestspielen ist die 1953 geborene Schauspielerin seit langem eng verbunden. Hier liefen viele der Filme, die sie mit Chabrol gedreht hat, ebenso wie Brillante Mendozas „Captive“ von 2012, in dem sie eine Touristin in den Händen philippinischer Guerilleros, oder Mia Hansen-Løves „Alles, was kommt“ von 2016, wo sie eine reife Frau auf der Suche nach ihrem Lebensglück spielt.

          Im Rahmen der Preisverleihung am 15. Februar 2022 wird im Berlinale Palast Hupperts neuer Film „À propos de Joan“ (Regie: Laurent Larivière) aufgeführt. Die Auszeichnung für Isabelle Huppert sei ein Bekenntnis zum Kino als unabhängiger und bedingungsloser Kunstform, erklärten die beiden Berlinale-Leiter Carlo Chatrian und Mariette Rissenbeek.

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