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Begegnung mit dem Star-Regisseur : Ein knapp verpasster Tarantino-Moment

  • -Aktualisiert am

Massencasting für Tarantinos neuen Film Bild: ddp

Vergangene Woche hat Quentin Tarantino in der Sächsischen Schweiz mit den Dreharbeiten zu seinem neuen Film „Inglorious Bastards“ begonnen. Alexander Sternberg spielt zwar nicht mit, durfte sich aber mit dem Meister in einer Bar in Berlin unterhalten.

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          Vergangene Woche hat Quentin Tarantino in der Sächsischen Schweiz mit den Dreharbeiten zu seinem neuen Film „Inglorious Bastards“ begonnen. Am gestrigen Montag landete Hauptdarsteller Brad Pitt mit Gattin Angelina Jolie und den zahlreichen gemeinsamen Kindern auf dem Berliner Flughafen Tegel. Anschließend bezogen sie die zuvor angemietete Villa am Wannsee.

          Seit Wochen schon befinden sich Filmfreunde und Glamourfixierte in Berlin in einem Zustand fiebriger Nervosität. Die Nachricht, dass Tarantino mit den Potsdamer Babelsberg-Studios ein Remake des Kriegsfilms „Ein Haufen verwegener Hunde“ des italienischen Regisseurs Enzo G. Castellari aus dem Jahre 1977 drehen würde, elektrisierte ehrgeizige Schauspieler und Boulevard-Reporter gleichermaßen.

          Gewisse Vertrautheit mit einer Tresenkraft

          Die Hysterie wurde auch dadurch gefördert, dass sich die Produktionsfirma mit konkreten Informationen zu dem Projekt zurückhielt, das anscheinend echte Drehbuch aber einige Tage lang im Internet zugänglich war. Von dem Moment an, da Tarantino im August erstmals seinen Fuß in die Ankunftshalle des Flughafens Tegels gesetzt hatte, wurde er kaum mehr aus den Augen gelassen. Erst wohnte er im Q-Hotel am Kurfürstendamm, dann im Mandala am Potsdamer Platz und schließlich in einer Wohnung in Kreuzberg. Aus Sachsen berichtete der Hausmeister des städtischen Museums Görlitz, ein ihm nicht näher bekannter Herr Tarantino habe den Turm als möglichen Drehort inspiziert. Eifrig protokolliert wurden die regelmäßigen Ausflüge des Regisseurs ins Berliner Nachtleben: Man sah ihn in der „Ankerklause“ und der „Pan Am Lounge“.

          Quention Tarantino dreht einen Kriegsfilm in Deutschland

          Mit Interesse wurde auch notiert, dass Tarantino eine gewisse Vertrautheit mit einer Tresenkraft des Lokals „Alt-Berlin“ entwickelte, die im Zweitberuf unter dem Namen Tallulah Freeway als Burlesque-Tänzerin tätig sein soll. Noch besser Informierte raunten sich die Titel der DVDs zu, die Tarantino von einem Assistenten namens Alex in der bestens sortierten Videothek „451“ auf der Torstraße ausleihen ließ: Darunter waren das Stummfilmdrama „Die weiße Hölle vom Piz Palü“ von Arnold Fanck und Georg Wilhelm Pabst mit Leni Riefenstahl in der Hauptrolle und „Salon Kitty“, ein haarsträubender Naziploitation-Film von Tinto Brass mit Ingrid Thulin und Helmut Berger.

          2500 Bewerber bei Statisten-Casting in Babelsberg

          Unter schärfster Beobachtung lag in den vergangenen Wochen die Casting-Agentur von Simone Bär in Wilmersdorf. Am Hohenzollerndamm entschied sich, welcher deutsche Schauspieler durch Tarantino die Chance erhielt, die nächste Triebwerksstufe seiner Karriere zu zünden. Ulrich Tukur wurde mit einem Rollkoffer vor der Agentur gesichtet, doch als die Namen der Glücklichen durchsickerten, die einen Part ergattert hatten, fehlte der des Einundfünfzigjährigen. Stattdessen besprachen Til Schweiger, Gedeon Burkhard und Daniel Brühl gemeinsam mit Brad Pitt und Diane Kruger bei einem feuchtfröhlichen Abend im Restaurant „Contadino sotto le stelle“ in Berlin-Mitte ihre Rollen mit dem Regisseur.

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