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Filmpreisverleihung in London : Drei „Leading Ladies“ und die Farbe Mexikos

  • Aktualisiert am

Olivia Colman gewinnt den Bafta-Award als beste Hauptdarstellerin in „The Favourite“ Bild: dpa

Der mexikanische Film „Roma“ gewinnt bei den britischen Bafta-Awards die wichtigsten Preise, „The Favourite“ die meisten. Aber alle schauen auf Olivia Colman.

          Alfonso Cuaróns Film „Roma“ hat bei den britischen Bafta-Awards die wichtigsten Preise gewonnen. „Das ist eine unglaubliche Ehre, Bafta, vielen Dank!“, sagte der mexikanische Regisseur am Sonntagabend . Der Schwarz-Weiß-Film über ein Hausmädchen in Mexiko-Stadt bekam bei der Verleihung der Filmpreise in London vier Auszeichnungen, darunter die beiden wichtigsten für den besten Film und den besten Regisseur. Zweiter großer Gewinner des Abends war der Kostümfilm „The Favourite“ von Giorgios Lanthimos, der insgesamt sieben Baftas erhielt.

          „Die Farbe dieses Films ist Mexiko“, sagte Cuarón in der Royal Albert Hall, „daher möchte ich mich auch bei Mexiko bedanken.“ „Roma“, eine Netflix-Produktion, die parallel zum Kinostart auch gleich als Stream auf der Film- und Serienplattform abrufbar war, wurde außerdem als bester nicht-englischsprachiger Film und für die Beste Kamera ausgezeichnet. Bei der Verleihung der Academy Awards am 24. Februar stehen seine Chancen auf einen Oscar gut.

          Drei „Leading Ladies“

          „The Favourite“ war nicht nur wegen seines Titels Favorit des Abends, hätte dann zwar noch besser abschneiden können, wurde aber unter anderem als herausragender britischer Film und für das beste Drehbuch ausgezeichnet. Der griechische Regisseur Yorgos Lanthimos bedankte sich bei seinen „drei Leading Ladies, auf die ich nicht stolzer sein könnte“: Olivia Colman und Rachel Weisz wurden selbst prämiert, als beste Haupt- und  Nebendarstellerin. Die frühere Bafta-Gewinnerin Emma Stone („La La Land“) ging dieses Mal leer aus.

          Colman bekam Standing Ovations. „Wir haben einen fantastischen Abend, oder?“, sagte sie. „Nachher werden wir uns dermaßen betrinken.“ Grund zum Feiern hatten auch Rami Malek, der für seine Rolle als Queen-Frontmann Freddie Mercury in „Bohemian Rhapsody“ als bester Hauptdarsteller
          geehrt wurde, und Mahershala Ali, der in „Green Book - Eine besondere Freundschaft“ einen schwarzen Jazz-Pianisten auf Konzerttournee in den Südstaaten spielt und dafür den Preis als bester Nebendarsteller erhielt.

          Malek sagte vor Prinz William und Herzogin Kate in der Royal Albert Hall: „Ich weiß, dass eurer musikalisches Erbe heilig ist. Danke an den größten Außenseiter aller Zeiten, Freddie Mercury.“ Eine Nominierung für Regisseur Bryan Singer war zurückgezogen worden, ihm wird in mehreren Fällen sexueller Missbrauch vorgeworfen. Singer bestreitet die Anschuldigungen. „Bohemian Rhapsody“ erhielt außerdem die Bafta-Auszeichnung für den besten Sound.

          Den Preis für die Beste Musik nahm Bradley Cooper für „A Star Is Born“ entgegen. Lady Gaga, mit der er in dem Musikfilm singt, war bei den Grammys in Los Angeles. Nach sieben Nominierungen für seinen Film, der bei den Golden Globes leer ausgegangen war, merkte man dem Regisseur, Hauptdarsteller und Musiker die Enttäuschung an. Bei den Oscars ist „A Star Is Born“ ebenfalls siebenmal nominiert.

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