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Audrey Hepburns Eheszenen : Lieber den Hund küssen als den Prinzen

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Jung getraut, früh gefilmt: Audrey Hepburn und Mel Ferrer zur Zeit von „Mayerling“ Bild: Showcase Productions

„Mayerling“, ein verschollener Film mit Audrey Hepburn, erlebte in München seine späte Kino-Uraufführung. So schlecht, wie ihn die zeitgenössische Kritik machte, ist die Wiederentdeckung nicht.

          Audrey hatte Anmut und Stil - Dinge, die man nicht lernen kann.“ Regisseur Billy Wilder ist es, der diese trefflichen Worte für die Hauptdarstellerin gleich zwei seiner mithin schönsten Filme überhaupt findet - „Sabrina“ (1954) und „Ariane - Liebe am Nachmittag“ (1957). Beide Wilder-Filme, den einen mit ihren Spielpartnern William Holden und Humphrey Bogart, den anderen mit Gary Cooper und Maurice Chevalier, dreht sie vor jener Arbeit, die am Sonntag, den 23. Juni, nach 56 Jahren erstmals das Licht der Leinwand im Filmmuseum München erblickte: „Mayerling“ (1957), in Szene gesetzt vom russischstämmigen Regisseur Anatole Litvak, der zuvor Ingrid Bergman in „Anastasia“ (1956) in Szene setzte.

          „Mayerling“, das ist in der 27 Spielfilme und eben zwei Fernsehfilme umfassenden Filmographie Audrey Hepburns so etwas wie das vergessene Kind: Der Film, ein sogenanntes Live-Fernsehspiel der New Yorker NBC, erlebte am 4. Februar 1957 seine Welturaufführung in Form einer Live-Fernsehausstrahlung mit Live-Schaltungen zwischen diversen Sets. Nach nur einer Woche Probe und zwei Wochen Dreharbeiten aller notwendigen Außenaufnahmen und Massenszenen läuft Litvaks eigene zweite Version der tragischen Liebesgeschichte um acht Uhr abends und dauert, von drei Werbeblöcken zwischen jedem der drei Akte unterbrochen, insgesamt 90 Minuten. 

          Leichenfund im Jagdschloss

          Die Ausstrahlung, dies war in den 1950er Jahren durchaus Usus, wurde auf 16 mm von einem Studiomonitor abgefilmt - historisches Kinescope-Format. Die heute vorliegende restaurierte HD-Fassung dieses 16-mm-Materials, von aller störenden Werbung befreit, hat eine Laufzeit von exakt 76 Minuten. Die neue New Yorker Fassung von „Mayerling“, erst im Mai 2013 fertiggestellt und zuvor auf keinerlei Datenträger erhältlich, wird ab Sommer 2013 von Amazon als sogenanntes MOD (Manufacting on Demand) angeboten und als DVD hergestellt. In Japan ist nach der Münchner Weltpremiere gar ein Kinoeinsatz geplant.

          „Mayerling“ erzählt von der tragischen authentischen Liebesgeschichte zwischen dem 30-jährigen Kronprinzen Rudolf von Österreich-Ungarn (Mel Ferrer) - einziger Sohn von Kaiser Franz Joseph I. und Kaiserin Elisabeth „Sisi“ - und der erst Siebzehnjährigen Baronesse Maria Vetsera (Audrey Hepburn), „Mary“ genannt: Am Morgen des 30. Januar 1889 findet der getreue Kammerdiener Johann Loschek im Schlafzimmer des im Wienerwald gelegenen Jagdschlosses Mayerling die Leichen der beiden frisch Verliebten. Bis heute ist letztlich nicht vollends geklärt, wie es zu dem Doppeltod kam. Der historische Stoff wurde vielfach in Theater, Musical, Ballett und nicht zuletzt im Film adaptiert - darunter etwa eine von James- Bond-Regisseur Terence Young 1968 inszenierte Version mit Catherine Deneuve als Mary und Omar Sharif als Rudolf.

          Das Leid des Regisseurs

          Vielleicht ist „Mayerling“ auch deshalb das schwarze Schaf im filmischen Œuvre der Hepburn, weil der opulente Fernsehfilm zwar eine der höchsten Quoten der 37 zwischen Oktober 1954 und Mai 1957 produzierten Filme der „Producers’ Showcase“-Reihe erreichte, die Kritik den Film jedoch als Flop betrachtete.

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