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„Die glorreichen Sieben“ : Ein bunter Haufen sucht einen Film

Manuel Garcia-Rulfo als Vasquez in „Die glorreichen Sieben“ Bild: dpa

Reiten, schießen, reiten, schießen, reiten und weiterschießen: Das sind „Die glorreichen Sieben“. Früher gab es einmal eine Geschichte dazu. Heute, in Antoine Fuquas Remake, nicht mehr.

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          Kommerziell gesehen, gibt es einige gute Gründe dafür, erfolgreiche alte Filme noch einmal zu drehen. Einen Erfolg wiederholen zu wollen ist der triftigste, das geht aber nicht immer auf. Um neuen Generationen von Schauspielern gute Rollen zu geben. Um Kosten zu sparen, am Drehbuch zum Beispiel. Oder um die Phantasie der beteiligten Produzenten und Regisseure und Darsteller nicht unbotmäßig zu strapazieren.

          Verena Lueken

          Redakteurin im Feuilleton.

          Künstlerisch betrachtet, sind das alles keine so guten Gründe. Im Fall von „Die glorreichen Sieben“, den erst Akira Kurosawa („Die sieben Samurai“, 1954), dann John Sturges („The Magnificent Seven“, 1960) bereits gedreht haben, sind sie lausig. Außer für die Schauspieler. 1960 spielten unter der Anführerschaft von Yul Brynner der noch wenig bekannte Steve McQueen und der noch weniger bekannte Charles Bronson, dazu kamen James Coburn, Brad Dexter, Robert Vaughn und Horst Buchholz. Im Remake von Antoine Fuqua haben wir es nun mit einem All-Star-Ensemble zu tun. Allerdings einem ethnisch gemischten. Denzel Washington spielt den Anführer Chisolm. Unter den weiteren Kriegern zunächst ohne Auftrag, die sich für einen guten Zweck zusammentun, ist ein prächtig schießender Mexikaner, gespielt von Manuel Garcia Rulfo, ein Indianer in Kriegsbemalung, gespielt von Martin Sensmeier, ein Asiate mit Talent zum Messerwerfen, den Byung-hun Lee düster undurchdringlich und gleichzeitig mit komödiantischem Einschlag spielt, ein alter Hippie, der langsam den Verstand zu verlieren scheint (Vincent D’Onofrio), und Chris Pratt als charmanter Sidekick von Washington, der sich für ein Pferd und freien Abzug in die Truppe rekrutieren lässt. Dazu kommt noch Ethan Hawke als alter Südstaaten-Scharfschütze, der plötzlich Bauchweh vor dem Schießen bekommt.

          Worum es geht, dürfte allgemein bekannt sein. Ein Dorf wird terrorisiert. Diesmal von einem goldsüchtigen Frühkapitalisten, am Rande des Psychotischen gespielt von Peter Sarsgaard, der die Farmer verjagen will und dazu eine halbe Armee anheuert. Die Farmer sind zwar rechtschaffen, aber unbewaffnet und außerdem feige – bis auf eine, die Witwe eines frühen Opfers des wahnsinnigen Kapitalisten, entschlossen gespielt von Haley Bennett. Sie heuert Chisolm an, damit er ihr Dorf verteidige.

          Bei der Rekrutierung des Rests der Bande darf jeder zeigen, was er besonders gut kann, Messerwerfen oder Bogenschießen oder Revolerschießen oder sehr viel trinken und so weiter, aber schon von der Mitte an geht die Ballerei los, auf die nichts weiter folgt als weitere Ballerei, intensiviert durch eine halbautomatische Galting Gun. Videospiel? Genau.

          Der alte Film war ein Western, wenn auch kein ganz großer. Immerhin gehörte er zu der Gruppe von Filmen jener Zeit, in der die Idee, einen Haufen von Outlaws zusammenzukehren, die in einer gesetzlosen Zone vorübergehend für einen Ausgleich zwischen Arm und Reich, Stark und Schwach sorgten, noch neu war. „The Dirty Dozen“ und vor allem Peckinpahs „Wild Bunch“ waren edlere Beispiele.

          Heute ist das alles Schnee von gestern. Immer noch aber gilt: Ein Film, der unsere Aufmerksamkeit verdient, braucht einen Anker in einer Geschichte, die irgendetwas bedeutet außer – vielleicht – Geld.

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