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Al Pacino im Gespräch : Mein Ego, mein Alter Ego und ich

  • Aktualisiert am

Al Pacino in „Manglehorn“, 2014 Bild: dpa

Die Rolle gehört immer dem, der sie am Ende spielt: Al Pacino spricht über das Schauspielen und die Schauspielerinnen, über Filmgötter und neue Talente - und erklärt, warum er nicht Sonny Scott heißen will.

          6 Min.

          Javier Bardem hat mal gesagt: „Ich glaube nicht an Gott, ich glaube an Al Pacino.“ Hören Sie solche Komplimente gern?

          Al Pacino: (lacht schallend) Ich liebe Javier, er ist ein großartiger Schauspieler, und wir haben uns auf Anhieb gut verstanden. Er darf sagen, was er will, aber ich erlaube mir nicht mal eine Meinung dazu.

          Hat denn ein Schauspieler wie Sie auch Schauspielgötter?

          Es gibt da eine Menge Leute, die mich beeindruckt haben: Marlon Brando zum Beispiel. Als ich älter wurde, habe ich begriffen, wie sehr ich Dinge von ihm angenommen habe und ihn geradezu imitiert habe. Du bist automatisch von Leuten beeinflusst, die dasselbe machen wie du.

          Festivals wie Venedig sind eine besonders gute Gelegenheit, um Kollegen zu treffen und neue Projekte zu planen.

          Ich habe gerade einen iranischen Regisseur getroffen, Bahman Ghobadi, der beeindruckende Filme gemacht hat und mit dem ich in Kontakt bleiben werde. Ich wurde in jungen Jahren sehr inspiriert von Valo Valucias, mit dem ich lange über seinen Film über die baskische Revolution sprach. Ich hätte damals sofort mit ihm arbeiten sollen, aber das habe ich zu der Zeit halt noch nicht gewusst. Ich hatte das Glück, in einem Film mitzuspielen, der mich schnell sehr bekannt und berühmt werden ließ. Ich habe aber von dem Film nichts verstanden und kam mir so lächerlich vor!

          Es klingt, als würden Sie mit einigen Entscheidungen aus der Vergangenheit hadern.

          Nein. Ehrlich nicht. Die Rollen gehören immer den Schauspielern, die sie letztendlich gespielt haben. Ich war mir damals immer sicher, warum ich eine Rolle nicht spielen wollte. Ich habe auch nur ganz wenig gedreht, einen Film alle zwei Jahre. Ich war in der Zeit eigentlich nur völlig verwirrt. Ich hatte keinen Schimmer, was da gerade um mich herum passierte.

          Sie meinen den Ruhm, der 1972 nach der Rolle als Michael Corleone über Sie hereinbrach?

          Ich kann mich nicht mehr so richtig an die siebziger Jahre erinnern! Jedenfalls war eine Menge los! Ich bin immer wieder zurück auf die Bühne gegangen. Denn das Theater hat mich geerdet und gerade in der turbulenten Zeit wahrhaftig bleiben lassen.

          Sie erinnern sich doch aber noch an den „Paten“, oder?

          Ja, aber ich habe heute noch keine Ahnung, wie ich an die Rolle gekommen bin. Eigentlich wollte ich die Rolle auch gar nicht!

          Die Produzenten sollen Sie lange abgelehnt haben.

          Ach, die anderen wollten mich auch nicht - keiner wollte mich! Coppola war der Einzige. Ich hielt ihn ja für leicht verrückt! Denn er wollte nur mich! Ich selbst habe ihm davon abgeraten. Aber ich liebte den Kerl.

          Kannten Sie ihn damals schon gut?

          Ja, Francis hatte mich zuvor mal für eine Liebesgeschichte besetzen wollen. Ich flog zu ihm nach San Francisco und verbrachte vier, fünf Tage mit ihm. Dabei habe ich auch Spielberg und Lucas kennengelernt. Sie waren sehr technophil und wirkten auf mich wie eine Gruppe Außerirdischer. Sie wollten schon damals Effektfilme machen. Als Theaterschauspieler konnte ich mit denen gar nichts anfangen. Doch mit Francis habe ich mich auf Anhieb gut verstanden. Als er mich für den „Paten“ anschleppte, war man bei Warner Brothers fassungslos.

          Warum war Coppola denn so überzeugt von Ihnen?

          Er hatte mich mal in einem Theaterstück gesehen, für das ich später auch einen Tony gewann. Und ab da mochte er mich und hielt von mir viel. Zu meinem großen Glück! Brando wollten die Studiobosse damals übrigens auch nicht haben!

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