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76. Golden Globes : „Ich liebe dich, du wunderschöner Mann“

  • Aktualisiert am

„Bohemian Rhapsody“-Hauptdarsteller Rami Malek bei den Golden Globes in der Nacht zum Montag Bild: AFP

Der Film über den Queen-Sänger Freddy Mercury hat die wichtigste Auszeichnung bei den Golden Globes gewonnen. Die Biografie eines Jazz-Pianisten wird zur Überraschung des Abends. Und die Deutschen gehen leer aus.

          Der Golden Globe für das beste Drama geht in diesem Jahr an den Freddie Mercury-Film „Bohemian Rhapsody“. Das gab der Verband der Auslandspresse bekannt. Hauptdarsteller Rami Malek holte außerdem den Preis als bester Schauspieler in einem Filmdrama. In seiner Rede bedankte er sich bei den ebenfalls anwesenden Queen-Musikern: „Dir, Brian May, und dir, Roger Taylor, dafür, dass ihr für die Authentizität und Inklusivität gesorgt habt, die in die Musik, die Welt und in jeden von uns gehören.“ Über Freddie Mercury sagte er: „Ich liebe dich, du wunderschöner Mann.“

          Die zweithöchsten Auszeichnungen Hollywoods wurden in der Nacht zum Montag zum 76. Mal in Beverly Hills verliehen. Traditionell gibt es Preise für Schauspieler, Regisseure, Serien und Filme. In diesem Jahr moderierten die Schauspielerin Sandra Oh, bekannt aus der Arztserie „Grey’s Anatomy“, und der Comedian Andy Samberg.

          Der dritte Globe für Glenn Close

          In der Kategorie Beste Komödie gewann Peter Farrellys „Green Book“, eine Filmbiografie über den Jazz-Pianisten Don Shirley und seine Konzerttournee in die Südstaaten während der Bürgerrechtsbewegung der Sechzigerjahre. Auch das Drehbuch wurde ausgezeichnet. Mahershala Ali gewann den Preis als bester Nebendarsteller. „Green Book“ soll am 31. Januar in die deutschen Kinos kommen.

          Als beste Schauspielerin in einem Drama wurde Glenn Close mit ihrem inzwischen dritten Golden Globe geehrt. In „The Wife“ spielt sie eine Frau, die ihre eigene Karriere für die ihres Mannes opfert und ihrem Ehemann zum Literaturnobelpreis verhilft. Der Film des schwedischen Regisseurs Björn Runge basiert einem Roman von Meg Wolitzer. „Wir müssen unsere Träume verfolgen“, sagte Glenn Close über ihre Rolle. Sie erinnerte an ihre Mutter und deren Wahrnehmung, in ihrem Leben nichts erreicht zu haben, nachdem sie es viele Jahre der Laufbahn ihres Mannes untergeordnet hatte. „Wir müssen uns sagen: Ich kann das schaffen.“

          Olivia Colman, die in „The Favourite“ von Yorgos Lanthimos die britische Queen Anne im frühen 18. Jahrhundert spielt, bekam die Auszeichnung als beste Hauptdarstellerin in einer Komödie. Beste Nebendarstellerin wurde Regina King, die in „If Beale Street Could Talk“, eine junge schwangere Frau spielt, deren Freund zu Unrecht im Gefängnis sitzt.

          Christian Bale wurde für seine Rolle als ehemaliger US-Vizepräsident Dick Cheney in der Politsatire „Vice“ mit dem Globe als bester Hauptdarsteller in einer Komödie geehrt.

          Einer der Favoriten der Globes war das Musikdrama „A Star Is Born“ mit Lady Gaga. Die Sängerin bekam dann immerhin den Golden Globe für den besten Filmsong („Shallow“). Lady Gaga teilt sich den Preis mit Mark Ronson, Anthony Rossomando und Andrew Wyatt.

          Der Blickfang: Lady Gaga war mit „A Star Is Born“ eigentlich Favoritin des Abends, einen Preis gab es „nur“ für den besten Filmsong. Die Aufmerksamkeit war dennoch verdient. Bilderstrecke

          Wiederum erwartet erfolgreich war die Netflix-Produktion „Roma“ über den Alltag einer Hausangestellten im Mexiko der Siebzigerjahre: Das Drama, das schon den Goldenen Löwen bei den Filmfestspielen von Venedig gewonnen hatte, bekam den Preis für den besten fremdsprachigen Film. Alfonso Cuarón wurde als bester Regisseur ausgezeichnet.

          Die Künstlerbiografie „Werk ohne Autor“ von Florian Henckel von Donnersmarck, ebenfalls nominiert, ging hingegen leer aus, ebenso wie Daniel Brühl, der für seine Rolle in der Krimiserie „The Alienist“ nominiert war.

          Bei den Serien gewannen die Komödie „The Kominsky Method“ und die Miniserie „The Assassination of Gianni Versace“ jeweils zwei Preise. Beste Dramaserie wurde „The Americans“.

          Ein Jahr nach den politischen 75. Golden Globes war die Verleihung in diesem Jahr gespannt erwartet worden. 2018 waren viele Schauspielerinnen und Schauspieler als Zeichen gegen Diskriminierung, Machtmissbrauch und sexuelle Belästigungen in der Filmbranche in Schwarz erschienen.

          Sandra Oh bemerkte in ihrer Moderation, dass die Veränderungen in der Branche sich in diesem Jahr bei den nominierten Filmen und Schauspieler gezeigt hätten. „Ich sehe euch, all diese Gesichter des Wandels, und alle anderen sehen euch auch“, sagte sie vor den Gästen im Beverly Hilton Hotel.

          Die seit 1944 vergebenen Golden Globe Awards sind die wichtigsten Filmpreise nach den Oscars. Über die Gewinner entscheidet eine Gruppe von etwa hundert Journalisten aus unterschiedlichen Ländern.

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