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Kino : Woody Allen: Bush-Sieg wäre „Tragödie“

  • Aktualisiert am

Gerührt: Woody Allen Bild: dpa/dpaweb

Trotz der Verleihung eines Preises für sein Lebenswerk zeigte sich Woody Allen beim Filmfestival in San Sebastián nicht glücklich: Die politische Entwicklung in Amerika bereitet ihm Sorgen.

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          Regisseur Woody Allen ist auf dem 52. Internationalen Filmfestival von San Sebastián in Nordspanien für sein Lebenswerk mit dem „Donostia“-Preis geehrt worden. Die Auszeichnung nahm der 68jährige am späten Freitag abend von seinem spanischen Kollegen Pedro Almodóvar entgegen.

          „Als mir gesagt wurde, daß ich einen Preis für meine Laufbahn erhalten würde, wollte ich zunächst ablehnen“, verriet Allen sichtlich gerührt. „Schließlich bin ich kein Arzt oder Wissenschaftler, der etwas Bahnbrechendes entdeckt hätte. Dann habe ich mir aber gedacht: Meine Filme heilen die Schlaflosigkeit. Also entschloß ich mich, den Preis anzunehmen.“

          Zuvor hatte Allen angesichts der politischen Situation eine mangelnde künstlerische Freiheit in den Vereinigten Staaten beklagt. Deshalb habe er sich für seinen nächsten Film London als Drehort ausgesucht. „Ich habe eine sehr, sehr pessimistische Lebensperspektive. Das Leben ist grundlegend traurig. Ich sehe das Glas nicht halb voll, sondern ganz leer“, erklärte er. Zu den Präsidentenwahlen in den Vereinigten Staaten sagte Allen: „Wenn George Bush abermals gewinnt, wird die Tragödie absolut sein.“

          Applaus von Almodóvar, Kuß von Schauspielerin Rhada Mitchel
          Applaus von Almodóvar, Kuß von Schauspielerin Rhada Mitchel : Bild: dpa/dpaweb

          Geteiltes Echo

          Allens neuester Film „Melinda and Melinda“, der in San Sebastián außer Konkurrenz Weltpremiere feierte, stieß bei der Kritik auf ein geteiltes Echo. Der in Manhattan angesiedelte Streifen ist eine Mischung aus Komödie und Drama, der aus zwei gegensätzlichen Perspektiven die Geschichte einer jungen Frau (Radha Mitchell) erzählt. In Deutschland soll der Film Anfang 2005 in die Kinos kommen.

          Daß der Film in San Sebastián und nicht zuvor in Venedig uraufgeführt wurde, gilt als Dankeschön Allens an das spanische Publikum. Auf dem Festival konkurrieren noch bis zum 25. September 16 Filme um die „Goldene Muschel“. Deutschland ist mit einem Beitrag sowie drei Koproduktionen außerhalb des Wettbewerbs vertreten.

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