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Kilroy was here : Was neuerdings auf diesen Seiten auftaucht

Bild: F.A.Z.

Der Slogan stammt aus der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts, seine Dreizeiler sollen ganze Jahr 2014 über in der gedruckten F.A.Z. auftauchen, dazu bei FAZ.NET: Kilroy was here.

          Für Leser, die vom Verfasser nie gehört haben, muss gesagt werden, dass „Kilroy was here“ ein Slogan aus den vierziger und fünfziger Jahren ist, den man auch heute noch als Graffito an manchen Mauern und Wänden findet. Kilroys Porträt besteht aus einer länglichen Nase und zwei runden Augen sowie aus seinen Fingern.

          Seine Dreizeiler sollen ein ganzes Jahr lang in der gedruckten F.A.Z. erscheinen, von der ersten bis zur letzten Ausgabe 2014, außerdem natürlich auch bei FAZ.NET. Ungewiss ist nur, wo man sie findet; denn sie treiben sich keineswegs nur im Feuilleton herum. Hier folgt ein besonders schlichtes Beispiel:

          Der schlichte Dreizeiler
          entwaffnet die Ungeduld
          durch seine Kürze.

          Anspruchslos, wie er ist, kann er es mit dem Haiku und seiner ehrwürdigen Tradition nicht aufnehmen, wenngleich der Haiku in Zeiten des Tweets, in Zeiten von Twitter, neue Aktualität gewinnt. Es muss jedoch gesagt werden, dass das japanische Wort so viel wie „lustiger Vers“ bedeutet. Und so sind Kilroys Dreizeiler mit dem Gezwitscher im Internet zu verwechseln, obwohl sie, anders als ein Chat oder ein Tweet, den Druck bevorzugen.

          Jedes Thema ist erlaubt; die drei Zeilen können ebenso von einem Frosch wie von der Europäischen Zentralbank handeln.Sie halten sich an keine bestimmte Silbenzahl und arbeiten, anders als das Distichon, gerne mit Tricks, die jenseits der Metrik liegen.

          Wie Matsuo Basho, der Großmeister des Haiku, will Kilroy nicht alles sagen. Urteile überlässt er dem Leser, von dem er vermutet, dass dieser selbst gescheit genug ist, um zu wissen, was der Fall ist. Sollte er sich auf das eine oder andere keinen Reim machen können oder wollen, mögen die Überschriften als unmaßgebliche Krücken dienen.

          Auf Twitter kann man Kilroy unter @faz_kilroy folgen. Oder selbst mitmachen: Kilroy findet getwitterte Dreizeiler, wenn man den Hashtag #kilroy verwendet. Er würde jede Rückäußerung begrüßen, auch Beschimpfungen, die er gewohnt ist. Übrigens kann man einen Dreizeiler, der einem nicht passt, wie ein Kalenderblatt einfach abreißen und wegschmeißen.

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