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Kein Urteil gegen Pinar Selek : Weiter unschuldig

  • Aktualisiert am

Pinar Selek Bild: ASSOCIATED PRESS

Anders als von der Deutsche Presse-Agentur gestern unter Berufung auf türkische Medien gemeldet, ist die Schriftstellerin Pinar Selek nicht zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Es gab lediglich eine Sitzung, in der über die Wiedereröffnung des Falls verhandelt wurde.

          Es war eine Nachricht, die alle zutiefst schockierte. Der Kampf um die Freiheit von Pinar Selek und gegen die türkische Willkürjustiz schien auf einmal verloren zu sein: Die türkische Soziologin und Autorin Pinar Selek, Stipendiatin des Writers in Exile-Programms des deutschen PEN (s. Türkische Männer: Das sind doch alles ramponierte Wesen), sei zu lebenslanger Haft verurteilt worden, berichtete am Dienstagabend die Deutsche Presse-Agentur, FAZ.NET übernahm diese Meldung. Ein Berufungsgericht in Ankara habe einen früheren Freispruch aufgehoben und Selek für schuldig befunden, sie sei als PKK-Sympathisantin an einem Bombenanschlag auf den Ägyptischen Basar in Istanbul im Jahr 1998 beteiligt gewesen. Doch mit dieser Meldung vertraute die dpa zu sehr auf die einseitige Berichterstattung der türkischen Medien, auf die sie sich die Nachrichtenagentur berief.

          Richtig ist, dass es am Obersten Berufungsgericht in Ankara am Montag eine Sitzung im Fall Selek gegeben hat. Denn dort hatte Seleks Anwältin und Schwester Berufung gegen die Wiedereröffnung des 2005 mit einem Freispruch geendeten Falls eingelegt. Dass die Richter dies ablehnten, bedeutet jedoch noch nicht, dass Selek vor dem türkischen Gesetz nun als schuldig gilt – türkische Medien, vor allem aus der nationalistischen Ecke, stellten dies jedoch so dar. Die Verhandlung, die darüber entscheiden wird, ob Selek tatsächlich eine lebenslange Gefängnisstrafe antreten muss, findet jedoch erst Ende Februar statt. Pinar Selek hat angekündigt, ihren Fall vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg zu bringen. Der deutsche PEN unterstützt sie dabei.

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