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Asterix und die Unabhängigkeit : Was Gallier und Katalanen gemein haben

  • Aktualisiert am

Das Cover des neuen Asterix-Bandes zeigt ein wildes Wagenrennen. Bild: HANDOUT/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Eine fiese Zentralmacht und ein Volk, das mehr Unabhängigkeit will: Die Autoren des neuen Asterix-Bandes sehen erstaunliche Parallelen zwischen Comic und Wirklichkeit.

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          Die Macher des neuen „Asterix“ sehen in ihrem Comic überraschende Parallelen zur aktuellen Lage in Katalonien. Autor Jean-Yves Ferri und Zeichner Didier Conrad sagten der Nachrichtenagentur AFP, ihr neues Buch „Asterix in Italien“ sei ungewollt „ein Gleichnis über die europäische Einigung“ geworden sowie über die aktuellen Zerfallserscheinungen in Europa. In dem Band geht es um ein Pferderennen zwischen verschiedenen Völkern der antiken Welt, das Julius Cäsar ausrichten lässt.

          „Die Frage, ob man sich in diesem Wettbewerb solidarisch verhält oder nicht, ob man Gewalt gegen die Gegner ausübt oder das ablehnt, das erinnert mich an die Situation in den verschiedenen Regionen, die nach Autonomie streben, insbesondere in Katalonien“, sagt Ferri. Das sei allerdings nicht seine Absicht gewesen, als er vor zwei Jahren mit den Planungen für die neue Geschichte begann, sagt der Autor.

          Zeichner Conrad ergänzt, es gehe in der Geschichte um eine Zentralregierung, die ihre Macht durchsetzen wolle. „Im übertragenen Sinn kann das auch Brüssel sein oder Washington, oder auch eine andere Hegemonialmacht.“ Denn Julius Cäsar gehe es nicht um einen fairen Wettstreit zwischen den Völkern, sondern allein um den Sieg des römischen Teams. Allerdings habe er die Rechnung wieder einmal ohne die unbeugsamen Gallier gemacht. Der neue „Asterix“ kommt am 19. Oktober europaweit in die Buchläden.

          Zwei für Gallien: Zeichner Didier Conrad (links) und Texter Jean-Yves Ferri

          Das Duo hat 2011 die Nachfolge von Uderzo angetreten. Er hatte die Figuren Asterix und Obelix 1959 gemeinsam mit dem Autoren René Goscinny geschaffen. Nach dessen überraschendem Tod im Jahr 1977 hatte Uderzo dann allein weitergemacht. „Asterix in Italien“ ist ihre dritte gemeinsame Arbeit.

          In dem neuen Band geht es im Galopp-Tempo durch Italien. Nach den Prügeleien vor der Haustür in „Der Papyrus des Cäsar“ zieht es Asterix und Obelix diesmal in die Ferne. Dabei nehmen sie an einem Wagenrennen teil, in dem sie gegen rund zehn Nationen antreten. Asterix und Obelix seien noch nie so richtig in Italien gewesen, erklärt Ferri. Bei der Wahl des Landes dachten er und der Zeichner Conrad aber auch an Albert Uderzo, einen der beiden Erfinder der Comic-Serie. Dessen Familie stammt aus einem kleinen Dorf in der Nähe von Venedig, namens Oderzo.

          In „Asterix in Italien“ tritt Obelix anders auf als gewohnt. „Ich habe ihm in dem neuen Heft eine wichtigere Rolle gegeben“, sagt Autor Ferri. Dabei habe er seinen natürlichen Charakter herausgearbeitet. Was er damit meint, illustriert er mit einer Szene aus dem neuen Band: Statt Asterix hält auf dem Wagen Obelix die Zügel in der Hand.

          Mit „Coronavirus“ gibt es auch einen neuen Bösewicht. Nach Promoplus in „Der Papyrus des Cäsar“ spielt nun er den Widersacher. Er versteckt sein Gesicht hinter einer grässlich gelben Maske. Welches böse Spielchen er mit den gallischen Helden treiben wird, wollten Ferri und Conrad nicht verraten.

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