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Corona-Kommunikation : Das System Lauterbach

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach vor dem Kabinettstreffen in Meseberg. Bild: Omer Messinger

Wer spricht da, der Mediziner oder der Minister? Das Spektakel, das der Gesundheitsminister mit seiner erratischen Kommunikation inszeniert, wird langsam zum Ärgernis.

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          Wie lange kann der Bundesgesundheitsminister das noch durchhalten: dauermahnend, beschwörend, erratisch? „Meine Kommunikation wirkt“ – so hörte sich Karl Lauterbach im Selbstgespräch bei „Lanz“ vor ein paar Tagen an. Die anderen in der Runde waren da schon geschlossen auf der Flucht vor dem Corona-Minister, hin zu jenen, die für Lauterbach „das alles nicht mehr hören wollen“. Das sind heute nicht mehr nur die Querdenker oder Verschwörungstheoretiker, sondern viele, die in den Supermarkt oder ins Stadion gehen und die erdrückende Mehrheit der Unmaskierten um sich herum wahrnehmen.

          Joachim Müller-Jung
          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Normalität nennen sie es, von Normalität will der Minister aber nichts wissen. Er bleibt felsenfest bei seiner Viruswarner-Linie. Epidemiologisch und virologisch gesehen hat diese Rolle gute Gründe, politisch führt sie den Minister, der die Menschen aus der Pandemie führen soll, zunehmend ins Abseits. Seine Umfragewerte fallen seit Wochen, seine Rolle als Kapitän, der die bittere Wahrheit tapfer erträgt und als Letzter das Schiff verlässt, zieht nicht mehr. Das Schiff ist auf Grund gelaufen, Karl Lauterbach jedoch schwadroniert weiter vom Untergang, vom Corona-Herbst, der „kein Zuckerschlecken“ werde. „Ich setze nur da Warnungen, wo sie begründet sind“, sagte er. Markus Lanz bestand darauf, das sei „Erziehung durch Angst“. Und Angsttreiberei, das ist eine politische Binse, ist selten demokratiefördernd. Sie verunsichert und treibt Menschen, die nicht Statistiken, sondern eigenen Erfahrungen trauen, an die Ränder.

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