https://www.faz.net/-gqz-7qjic

Kampf gegen PR-Beiträge : Neue Regeln für die Wikipedia

  • Aktualisiert am

Seit 2001 gibt es die Wissensdatenbank Wikipedia. Sie ist eines der letzten großen unabhängigen Angeboten im Netz. Bild: dpa

Im Kampf gegen PR-Firmen gelten für die Wikipedia neue Nutzungsregeln. Wer zugunsten von Unternehmen schreibt, soll sich offenbaren. Der Friedensvertrag vom Februar brachte wenig.

          „Black Hat“, eine Bezeichnung für Hacker, hat bereits eine Bedeutung: Gemeint sind Praktiken der technischen Invasion, die darauf abzielen, Zerstörung zu hinterlassen, aber keine Spuren. Diesen Begriff des Cyberwars zieht nun die Wikimedia, der Verein hinter der Wikipedia, heran, um sein aktuelles Problem zu beschreiben: „Black-Hat-Praktiken“ von PR-Agenturen minderten das Vertrauen in die Wikipedia, heißt es in einem von der Wikimedia Foundation veröffentlichten Schreiben. Man habe „ernsthafte Bedenken“ und sehe die „Neutralität und Zuverlässigkeit von Wikipedia“ in Gefahr.

          Seit dieser Woche gilt deshalb eine neue Nutzungsregel: Wer für die Mitarbeit an einem Artikel von jemandem bezahlt wird, muss die finanziellen Zusammenhänge in seinem Wikipedia-Nutzerprofil angeben. Seit langem kämpft die Wikipedia gegen Agenturen, die zuweilen unter verräterischen Namen wie „Wiki-PR“ zugunsten zahlungskräftiger Kunden am Wissensbestand der Wikipedia mitarbeiten. In den letzten Monaten sperrte Wikimedia mehrere hundert Accounts, die unter diesem Verdacht standen.

          Runder Tisch mit Wikimedia und PR-Firmen

          Im Februar trafen sich Vertreter von elf großen PR-Firmen und der Wikimedia Foundation in Washington, um den Streit beizulegen. In einem gemeinsamen Statement erkannten die Unternehmen zwar „Wikipedias einzigartige und wichtige Rolle als öffentliche Wissensquelle“ an. Die weiteren Formulierungen blieben jedoch schwammig. Nur in einem Fall legten sich die Unternehmen fest, sie wollten von nun an die Nutzungsbedingungen der Wikipedia achten.

          Nun hat sie der Verein geändert und sich auf einen schmalen Grat begeben. Wer „ehrenamtlich und zum Spaß“ mitarbeite, für den „ändert sich gar nichts“, heißt es. Wer aber beispielsweise als Social Media Manager Änderungen vornimmt, soll dies angeben. Möglichkeiten der anonymen Mitarbeit blieben aber bestehen, sagt Wikimedia Deutschland auf Nachfrage.

          Weitere Themen

          CDU benutzte ungefragt Videomaterial von ARD und ZDF

          Auf Youtube : CDU benutzte ungefragt Videomaterial von ARD und ZDF

          Auf ihren Youtube-Kanal warb die CDU mit Videos ihrer Politiker aus Talkshow-Auftritten in den öffentlichen Kanälen. Abgesprochen hatte sie das nicht – und damit offenbar gegen Urheberrecht verstoßen. Aufgefallen ist das einem Satiriker und Politiker.

          Ist Banksy in Venedig? Video-Seite öffnen

          Rätselhaftes Video : Ist Banksy in Venedig?

          Auf Instagram kündigte der Streetart-Künstler, dessen Identität geheim bleibt, an, mit einem eigenen Stand auf der Biennale in Venedig vertreten zu sein. Die Kunstschau in Venedig zählt zu den größten Weltweit

          Topmeldungen

          Lencke Steiner, Spitzenkandidatin der Bremer FDP für die Bremer Bürgschaftswahl, könnte einem Jamaika-Bündnis im Wege stehen.

          FDP in Bremen : Im Reich des Tschakka

          Die aus dem Fernsehen bekannte Spitzenkandidatin der Bremer FDP, Lencke Steiner, gilt als Marketingtalent, aber auch als Hindernis für eine Jamaika-Koalition – beides steht in einem Zusammenhang.
          Verstehen sich: EU-Kommissionspräsident Juncker und Kanzlerin Merkel.

          Juncker über Merkel : „Die Geschichte wird ihr Recht geben“

          Merkel habe in der Flüchtlingskrise „richtig gehandelt“, lobt der scheidende EU-Kommissionspräsident. Österreich und Ungarn wären „unter der Last der Flüchtlinge zusammengebrochen“, hätte Deutschland seine Grenzen nicht geöffnet.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.