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Kamerafahrt : Wer hat Angst vor Virginia Woolf?

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Ich schau dir in die Augen, Kleiner: Rebecca Romijn-Stamos in „Femme Fatale” Bild: Solo

Starke Frauen haben die kommende Kinowoche fest in der Hand. Für ihre darstellerische Leistung in „The Hours“ wurde Nicole Kidman als selbstbewußte Schriftstellerin Virginia Woolf mit dem Oscar ausgezeichnet. Der Oscar-Preisträger Adrien Brody begegnet uns in „Love The Hard Way“ wieder.

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          The Hours

          Stephen Daldrys Film „The Hours“ mit Nicole Kidman, Meryl Streep und Julianne Moore in den Hauptrollen ist vom amerikanischen Kritikerverband National Board of Review als „Bester Film des Jahres“ ausgezeichnet worden. Nicole Kidman erhielt soeben den Oscar als beste Hauptdarstellerin.

          Die Schicksale dreier Frauen in verschiedenen Zeiten und Orten sind in diesem Film miteinander verflochten. Die Schriftstellerin Virginia Woolf schreibt ihren Roman „Mrs. Dalloway“ im London der zwanziger Jahre, einer Hausfrau im Los Angeles von 1952 gibt die Lektüre einen Raum für sich selbst, und einer Frau im heutigen New York zeichnet der Roman das Schicksal vor. Drei Frauen, das Leben, die Liebe, die Literatur - das alles ist ein wenig ausgedacht und ausgerechnet, aber das Herz ist trotzdem gerührt. Und Nicole Kidman als Virginia Woolf ist nicht von dieser Welt.

          Femme Fatale

          Eigentlich ist Laure eine Schmuckdiebin, deren Komplizen bei einem Überfall auf dem Filmfestival von Cannes vor sieben Jahren im Gefängnis landeten, während sie mit der Beute entkommen konnte. Doch jetzt kehrt sie als Frau eines Diplomaten nach Frankreich zurück - und landet als attraktive Blondine auf den Titelseiten der Klatschblätter. Um ihre neue Identität zu schützen, zieht sie die Register einer zu allem entschlossenen Frau.

          Brian De Palma hat sein fesselndes Filmwerk mit Rebecca Romijn-Stamos sowie Peter Coyote und Antonio Banderas gedreht.

          24 Stunden Angst

          Die Tochter des renommierten Arztes Dr. Will Jennings wird entführt. Die Kidnapper haben alles perfekt eingefädelt, und sie sind brutal: Innerhalb von 24 ist das Lösegeld abzuliefern - sonst stirbt das Kind erbarmungslos. Doch der Plan geht schief. Denn das Kind Abby hat Asthma und kommt nicht ohne Medikamente aus. Und Wills Ehefrau will sich nicht mit der Rolle des Opfers abfinden. Sie ist das Gegenteil einer femme fatale aber genauso entschieden

          Charlize Theron spielt unter der Regie von Luis Mandokidie die selbstbewusste Mutter, ihr böser Gegenspieler ist Kevin Bacon. Die Rocksängerin Courtney Love ist eine Komplizin.

          Fish & Elephant

          Eine starke Frau mit einem starken Beruf: Xiao Qun arbeitet als Elefantenwärterin im Zoo. Sie verliebt sich in Xiao Ling, die ein kleines Bekleidungsgeschäft führt. Doch warum heiratet Xiao Qun nicht endlich? Xiao Quns Mutter zieht bei den beiden ein und beginnt die Beziehung mit ihren Fragen zu stören. Denn sie begreift nicht, dass ihre Tochter eigentlich lesbisch ist und keinen Mann gebrauchen kann. Dann kommt der Beziehung auch noch eine frühere Geliebte von Xiao Qun in die Quere, während die geschiedene Mutter beschäftigt ist, sich wieder zu verheiraten.

          Die Regie dieses chinesischen Films führte Li Yu. Darsteller sind Pan Yi, Shitou, Zhang Jilian, Zhang Qianqian, Xi Wei, So Pengcheng

          Mutti - Der Film

          "Alle lieben Mutti" hieß vor zwei Jahren eine Serie, jetzt ist der Film da. Da starke Frauen in dieser Woche so dominant sind, ist hier sogar ein Mann in die Rolle der männergeilen „Mutti“ geschlüpft: der Komödiant Ades Zabel. Biggy van Blond führt Regie und spielt das kleine Mädchen Biggi, die ähnlich wie in „24 Stunden Angst“ zum Entführungsopfer wird. „Mutti“ dauert aber aber zum Glück nur 92 Minuten.

          Soloalbum

          Die Stärke der Frauen erweist sich in Gefahr und höchster Not - oder in der Konkurrenz zu ihren Geschlechtsgenossinnen. In der Verfilmung des Romans „Soloalbum“ von Benjamin von Stuckrad-Barre erkennt der Musikredakteur Ben zu spät, dass seine langjährige Lebensgefährtin Katharina eine starke Frau ist. Statt mit ihr Geburtstag zu feiern, vergnügt er sich lieber mit einer schwachen Blondine. Katharina macht Schluss, und Ben muss sie im Dschungel der Großstadt Berlin neu erobern - um nebenbei den Sinn schwächelnden Männerlebens zu finden.

          Gregor Schnitzler drehte den Film mit Matthias Schweighöfer, Nora Tschirner und Oliver Wnuk.

          Mowgli und seine Freunde

          Ähnlich wie Ben im „Soloalbum“ muss auch in der Fortsetzung des Zeichentrickfilm-Klassikers "Das Dschungelbuch" - nach dem Buch von Rudyard Kipling - der junge Held Mowgli ein zweites Mal ausfahren, um die Ruhe zu gewinnen, die er schon besaß. Mowgli lebt bei den Menschen, ist aber unglücklich. Er sehnt sich nach seinen tierischen Freunden, er will den Spaß im Dschungel. Seine Freundin Shanti lässt er im Dorf zurück. Das rächt sich: gemeinsam mit dem Bären Balu und den anderen Freunden muss er sie vor den Klauen des bösen Tigers Shir-Khan schützen.

          Love The Hard Way

          Gefährliche Liebschaften inszeniert auch Peter Sehr. Die starke Frau in seinem Film ist Claire, eine strebsame und begabte Biologie-Studentin. Sie wird auf die Probe gestellt, als sie an den Frauenhelden und Kleinkriminellen Jack gerät, der völlig bindungsunfähig ist. Es spielen Charlotte Ayanna, der soeben ebenfalls mit einem Oscar als bester Hauptdarsteller geehrte Adrien Brody (“Der Pianist“) und August Diehl.

          Made in Israel

          Der Film spielt in der Zukunft. Als Teil eines Friedensabkommens zwischen den beiden Ländern, liefert Syrien einen alten Nazi an Israel aus. Ein reicher israelischer Geschäftsmann, Sohn eines Holocaust-Opfers, setzt ein Kopfgeld auf den Mann aus. Es melden sich ein Trompeter, zwei Geldeintreiber und ein russischer Auftragskiller, die dem störrischen alten Mann dem israelischen Militär entwinden müssen, damit der Geschäftsmann seinen Rachedurst kühlen kann. Aber daraus wird nichts. - Die ganze Geschichte gerät zu einer scharzen Farce, die Ari Folman mit Jenya Dodina, Sasson Gabai und Tzahi Grad inszeniert hat.

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