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Kamerafahrt : O wie schön ist Panama

  • Aktualisiert am

Kanalschwimmen in Panama: Jamie Lee Curtis und Pierce Brosnan Bild: Columbia TriStar

Tiger und Bären kommen diese Woche im Kino weniger vor, dafür aber ein Schneider, der einem anderen einen Bären aufbindet.

          Was sich diese Woche von Panama bis Illinois und Paris, vom 17. Jahrhundert bis heute auf der Leinwand trifft, hat im weiteren Sinne mit Textilem zu tun: ein Schneider von edlem Tuch, ein Film mit vielen barocken Kostümen und einer, der ganz ohne auskommt.

          Der Aufschneider vom Dienst

          So wie John Le Carré, dem Autor der Vorlage und des Drehbuchs zu „Der Schneider von Panama“, ist auch die Hauptfigur des Films ein begnadeter Erzähler. Man könnte ihn auch als Lügner bezeichnen, dabei hat er nur einen Überschuss an Phantasie. Die nutzt er auch, als er vom unangenehmen englischen Agenten Osnard (Pierce Brosnan mit dem Mut zur Image-Schädigung) um Informationen erpresst wird. Weil aber die Fiktion meist spannender ist als die Realität, fallen sowohl der britische als auch der amerikanische Geheimdienst auf des Schneiders literarisches Garn herein. Am Ende droht aus dem Spaß Ernst zu werden. Auch der Film ändert die Tonlage, und er schlägt einen Haken in Richtung Action mit Happy End.

          Dancing King: Louis XIV.

          Der Schneider von Panama, Irland/Großbritannien 2000, Regie: John Boorman, Darsteller: Pierce Brosnan, Geoffrey Rush, Jamie Lee Curtis u.a.

          Tanz den Ludwig XIV

          Gut möglich, dass in der Opulenz der Ausstattung die Geschichte ertrinkt. Dafür wartet „Der König tanzt“ mit drei Gestalten auf, die jede für sich Stoff genug böten für jeweils einen abendfüllenden Film: Louis Quatorze, Molière und Jean-Baptiste Lully. Der italienische Hofkomponist Lully ist dabei die heimliche Hauptfigur. Er beschert dem Film nicht nur einen außergewöhnlich qualitätvollen Soundtrack, sondern dem Herrscher Louis Quatorze den einzigen Freiraum, um dem rigiden Reglement bei Hofe zu entkommen. Nur im Tanz fühlt er sich frei.

          Der König tanzt, Frankreich/Deutschland/Belgien 2000, Regie: Gérard Corbiau, Darsteller: Benoit Magimel, , Boris Terral, Tcheky Karyo u.a.

          Nichts für Vegetarier

          Auch in diesem Film geht es um eine Befreiung, die sexuelle Befreiung des Mannes. Es wurde ja auch Zeit, dass im Jahre 2001 endlich einmal ein vernunftverheirateter Kerl dank einer sinnlichen Französin zu sich selbst findet. Jedenfalls im Bett. Da das aber ausgerechnet in Illinois in der Provinz passiert, gibt es ringsum verklemmte und neidische Maisbauern, denen das zu viel nackte Haut ist

          Too Much Flesh, Frankreich 2000, Regie: Jean-Marc Barr, Pascal Arnold, Darsteller: Rosanna Arquette, Elodie Bouchez, Jean-Marc Barr u.a.

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