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Kamerafahrt : Jedermann ein Verlierer

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Gut gefönt: Jack Nicholson als Warren Schmidt Bild: dpa

Nach den dramatischen Kinokämpfen der vergangenen Woche folgen jetzt die Tage der Komödie mit einer Reihe sympathischer Loser. Jedermann ist diese Woche ein Verlierer. Die Zuschauer auch?

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          Nach den dramatischen Kinokämpfen der vergangenen Woche - Scorseses Gewaltepos „The Gangs of New York“, das Familiendrama „Regentage“ - folgen jetzt die Tage der Komödie mit einer Reihe sympathischer Loser. Jedermann ist diese Woche ein Verlierer. Die Zuschauer auch?

          Chicago

          Roxie Hart träumt davon, ein Star zu werden. Geschickterweise tötet sie ihren Liebhaber. Im Knast trifft sie zufällig ihr bewundertes Vorbild Velma Kelly, die gleich zwei Menschen getötet hat. Ihr gemeinsamer Anwalt Billy Flynn inszeniert Roxies Fall als sensationelles Medienereignis. Doch Velma stellt sich der Karriere Roxies in den Weg.

          Bitte nicht wehtun: James Belushi und Tim Allen alias „Joe Jedermann”

          „Chicago“ kommt nach Ansicht amerikanischer Filmkritiker entgegen, dass dem Kino-Publikum ebenso wie vielen Academy-Mitgliedern in einer Zeit der angeheizten Kriegsrethorik eher nach leichteren Unterhaltungsstoffen zu Mute ist: der Film wurde deshalb für dreizehn Oscars nominiert. Scorseses „Gangs of New York“ erhielten nur zehn Nominierungen.

          Das Publikum muss sich auf eine konventionelle Musicalverfilmung mit ein paar unkonventionellen Einfällen einstellen. Catherine Zeta-Jones, Renée Zellweger und Richard Gere sehen gut aus und singen annehmbar, aber zwischen den dreien funkt es nicht. Ein Musical, bei dem man nicht Stunden danach noch ein, zwei Melodien aus dem Film vor sich hin summt, kann nicht allzu viel taugen.

          About Schmidt

          Jack Nicholson dagegen steht sich selbst im Weg. Er ist Warren Schmidt, den es gleich mehrfach trifft: Er wird in den Vorruhestand gedrängt, seine einzige Tochter Jeannie will einen Dummkopf zu heiraten, und dann stirbt ihm nach 42 Ehejahren auch noch seine Frau Helen weg.

          Doch das sind letztlich nur äußere Hindernisse auf Warrens Weg zu sich selbst. Diesen Weg findet er nicht, indem er mit dem Wohnmobil nach Denver fährt, um die Hochzeit seiner Tochter zu verhindern. Sondern dazu begibt er sich auf den Umweg über Tansania. Dort wohnt Ndugu Umbo, ein sechsjähriges Waisenkind, dessen Patenschaft Warren für 22 Dollar übernommen hat. Erst in den Briefen an Ndugu lernt Warren sein Leben kennen.

          Darsteller in dem Film von Alexander Payne sind neben Jack Nicholson Hope Davis und Dermot Mulroney.

          Jackass

          Jeff Tremaine verfilmt Kataloge für Selbstverteidigungswaffen. Braucht man ein Drehbuch, um einen Film zu drehen? Liebhaber gefährlicher Stunts auf dem Golfplatz oder im Rachen von Alligatoren sind möglicherweise entzückt. „Darsteller“ in dieser Langfassung der MTV-Reihe sind Bam Magera, Chris Pontius, Steve-O, Dave England, Ryan Dunn, Wee-Man, Preston Lacy sowie der Musiker und Schauspieler Henry Rollins und der Skater Tony Hawk.

          National Security

          „National Security“ ist der Name einer kleinen Sicherheitsfirma. Bei ihr arbeitet der tolpatschige Earl Montgomery (Martin Lawrence), nachdem er von der Polizeiakademie von Los Angeles geflogen ist. Durch Zufall bringt er einen richtigen Polizisten in den Knast und um den Job. Einen neuen findet er bei „National Security“. In nur zweimal 48 Minuten wird aus den beiden Feinde ein unfreiwilliges Duo. Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft? Dennis Dugan drehte mit Martin Lawrence und Steve Zahn.

          Joe Jedermann

          Ähnlich wie Jack Nicholsons „Warren“ ist auch Tim Allen mit sich selbst verkracht. Joe Scheffer spielt einen geschiedenen Angestellten, der bei interessanten Aufträgen übergangen wird. Dann nimmt man ihm auch noch seinen persönlichen Firmenparkplatz - und er beschließt, ein neuer Mensch zu werden. Mit Hilfe von James Belushi als Karatetrainer gelingt das sogar. Doch seine Tochter Natalie, gespielt von Hayden Panettiere, muss er überzeugen, dass er nicht nur ein neuer Mensch ist, sondern überhaupt einer.

          The Hot Chick

          Der begehrte und entsprechend arrogante Cheerleader Jessica erfährte eine schreckliche Verwandlung. Eines Morgens wacht sie im Körper des dreißigjährigen Clive auf, ein Tolpatsch wie der Sicherheitsmann Earl Montgomery, ein im Grunde netter Verlierer wie Joe Jedermann. Jessicas Freundin April will ihr helfen, doch sie verliebt sich in Clive. Auf diesem Umweg merkt Jessica, dass sie sich ihren Mitmenschen gegenüber netter benehmen sollte.

          Die Regie führte Tom Brady, als Darsteller treten Rob Schneider, Anna Faris und Matthew Lawrence auf.

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