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Kabarettistin Lisa Eckhart : Dagegenhalten

Lisa Eckhart während eines Fernsehauftritts. Bild: ddp Images

Die Kabarettistin Lisa Eckhart zum Harbour Front Literaturfestival in Hamburg aus Furcht vor Gewaltprotest erst aus- und dann doch wieder einzuladen, war keine gute Idee. Der Vorgang zeigt, was man in solcher Lage nicht tun sollte.

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          Irgendwann war es dann zu viel, das Hin und Her um den Auftritt von Lisa Eckhart beim Harbour Front Literaturfestival im Hamburg. Einladung, Ausladung aus Furcht vor gewalttätigem Protest, die Unklarheit, ob es sich dabei um eine Warnung oder Drohung handelte, ob mit dem „Schwarzen Block“ der Antifa zu rechnen war oder es sich hier um einen „Schwarzen Peter“ handelt, dem der eine dem anderen zuschiebt.

          Dann wieder eine Einladung per Video, dann die Verlegung der Veranstaltung an einen anderen Ort, mit allen acht Autorinnen und Autoren des „Debütantensalons“, das konnte nicht gutgehen und das kann einer jungen Künstlerin, die seit Monaten im sengend heißen Licht der medialen Öffentlichkeit steht, nicht guttun.

          Da kann man nur absagen und dem Festival, das eines der ersten ist, die in Zeiten der Corona-Pandemie stattfinden, nur Glück wünschen, dass der „Debütantensalon“ – zu dem Lisa Eckhart erst gehören sollte, dann wieder nicht und dann plötzlich doch – mit den verbliebenen sieben Autorinnen und Autoren glückt.

          Und man kann sich wünschen, dass sich die Beteiligten in diesem wie in anderen Fällen, etwa dem Eiertanz um das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) erst bestellte, dann gelöschte und dann wieder aufgespielte Audiostatement des Kabarettisten Dieter Nuhr, kühlen Kopf bewahren. Vor allem dann, wenn – zumeist im Netz – der Sturm losbricht, wenn aus Kritik persönliche Vernichtung wird und kleine, extreme Gruppen ganz groß tun. Wer für die offene, demokratische Gesellschaft eintritt, muss mit so etwas rechnen. Und darf nicht panisch werden oder davonlaufen – sondern muss dagegenhalten.

          Michael Hanfeld
          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

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