https://www.faz.net/-gqz-a25oa

Kabarettist Florian Schroeder : Leben wir „in einer Corona-Diktatur“?

  • Aktualisiert am

Florian Schroeder Bild: dpa

Bei der „Querdenken“-Demo tritt der Kabarettist Florian Schroeder auf – und konfrontiert das Publikum mit Corona-Regeln und Überlegungen zu Meinungsfreiheit. Die Menschen klatschen und buhen ihn aus.

          1 Min.

          Ein provokativer Auftritt des Kabarettisten Florian Schroeder auf der „Querdenken“-Demo in Stuttgart hat im Netz viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Schroeder kam nach eigenen Angaben am Samstag auf die Bühne, um „die Grenzen ihrer Meinungsfreiheit“ auszutesten. Für seine ersten Äußerungen bekam der Vierzigjährige noch Applaus, wie ein Video zeigt, das Schroeder in seinem eigenen Youtube-Kanal verbreitete: „Mein Name ist Schroeder, ich komme aus dem Mainstream“ sagt er, und: „Man hat mir gesagt, hier in Stuttgart ist die Freiheit.“

          Doch recht schnell nimmt die Begeisterung des Publikums ab. Zunächst überfordert der Kabarettist einige mit Verweisen auf Hegels Dialektik, dann fragt er, ob wir „in einer Corona-Diktatur“ leben. Nach einem vielstimmigen „Ja“ aus der Menge argumentiert der Kabarettist dagegen: „Wenn wir irgendeine Form von Diktatur hätten, dann dürftet Ihr euch hier gar nicht versammeln, dann dürftet Ihr hier gar nicht stehen.“

          Auch auf die Frage: „Wollt Ihr die totale Meinungsfreiheit?“ ist von den Zuhörern ein lautes „Ja“ zu hören. Anschließend sagt Schroeder: „Ich bin der Auffassung, dass Corona eine hochgefährliche, ansteckende Krankheit ist, und ich bin der Überzeugung, dass Maskentragen und Abstand halten das Wichtigste und Beste ist, was wir in diesen Tagen tun können.“ Dafür erntet er Buhrufe und schiebt hinterher: „Wenn Ihr für Meinungsfreiheit seid, müsst Ihr meine Meinung aushalten.“

          Die Teilnehmer der Kundgebung in Stuttgart forderten am Samstag ein Ende der vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen, mit denen die Gefahr einer Übertragung des Coronavirus reduziert werden soll. Die Veranstalter von „Querdenken 711“ sprachen von 5000 Teilnehmern, die Polizei zählte mehrere Hundert. Für den Sonntag war eine ähnliche Veranstaltung mit 1500 angemeldeten Menschen in Dortmund geplant.

          Weitere Themen

          Die Frankfurter Paulskirche Video-Seite öffnen

          Rundflug : Die Frankfurter Paulskirche

          1848 bis 1849 tagte hier die Nationalversammlung. Nach dem Brand im März 1944 wurde sie zum hundertsten Gedenktag der Nationalversammlung am 18. Mai 1948 als „Haus aller Deutschen“ wiedereröffnet.

          Topmeldungen

          Frontex-Mitarbeiter bergen im März 2016 vor der griechischen Insel Lesbos Migranten aus dem Mittelmeer (Archivbild)

          Illegale Pushbacks? : Zurück in die Türkei

          Athen brüstet sich damit, dass es Migranten von der irregulären Einreise abhält, auch auf dem Seeweg. Doch nach EU-Recht ist das nicht erlaubt. Jetzt sieht sich die Grenzschutzbehörde Frontex bohrenden Fragen ausgesetzt.
          Friedrich Merz und die Frauen

          Kampf um den CDU-Vorsitz : Wie Frauen über Friedrich Merz denken

          Sich über Friedrich Merz zu empören, ist leicht. Er ähnelt einem SUV zwischen lauter Volkswagen Golfs – und ist die Anti-Greta, der Inbegriff des alten weißen Mannes. Alles Vorurteile? Wir haben alte Weggefährtinnen gefragt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.