https://www.faz.net/-gqz-167qj

Mohammed im Bärenkleid : Islamisten bedrohen „South Park“

  • Aktualisiert am

Stehen unter Beschuss: Die „South Park”-Erfinder Matt Stone (l.) und Trey Parker (r.) Bild: AP

Schon oft haben sich die Macher der Fernsehserie „South Park“ über Religion lustig gemacht. Nun bedroht eine islamistische Gruppe die beiden Erfinder Matt Stone und Trey Parker. Sie zeigten Mohammed im Bärenkostüm.

          Eine islamistische Gruppe hat den Schöpfern der amerikanischen Zeichentrickserie „South Park“, Trey Parker und Matt Stone, mit dem Tod gedroht, weil in ihrer Serie Mohammed in einem Bären-Kostüm dargestellt wurde. „Wir müssen Matt und Trey warnen, dass das, was sie machen, dumm ist und sie wahrscheinlich enden werden wie Theo van Gogh“, heißt es auf der Webseite „RevolutionMuslim.com“.

          Der holländische Filmemacher Theo van Gogh war im November 2004 in Amsterdam von einem Islamisten auf offener Straße beschossen und dann erstochen worden. Van Gogh hatte in seinem Film „Submission“ die Misshandlung islamischer Frauen kritisiert.

          Der Autor von „RevolutionMuslim.com“, Abu Talhah Al Amrikee, will seinen Beitrag jedoch nicht als Drohung, sondern als Warnung verstanden wissen. Es sei ein Hinweis auf eine Realität, die den „South Park“-Machern wahrscheinlich widerfahren werde. Er gibt in seinem Beitrag jedoch auch die Adresse des Senders Comedy Central in New York an, der „South Park“ ausstrahlt, und diejenige des Büros von Trey Parker und Matt Stone in Kalifornien. Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AP antwortete Al Amrikee auf die Frage, ob sich die „South Park“-Produzenten bedroht fühlen sollten, sie „sollten sich von dem, was sie getan haben, bedroht fühlen“.

          Verletzte Muslime sollen Briefe schreiben

          Er sei enttäuscht, dass sich die öffentliche Aufmerksamkeit nun auf potentielle Gefahren für die Produzenten konzentriere. Der Frage, ob seine Gruppe den Dschihad unterstütze, wich Al Amrikee aus. Doch lobte er den Al-Qaida-Anführer Usama Bin Ladin: „Wir schauen zu ihm auf und bewundern ihn für die Opfer, die er für die Religion gebracht hat.“ Der Sender und die Produzenten wollten die Drohung nicht kommentieren.

          Nach Angaben des Nachrichtensenders CNN, der den Internetbeitrag aufgriff, ist die in New York ansässige islamistische Webseite bekannt für Einträge, die Bin Ladin und den Dschihad preisen. Im Gespräch mit CNN sagte ein Sprecher der Gruppe „Revolution Muslim“ man wolle lediglich, dass Muslime, die ihre Gefühle verletzt sähen, in Briefen bei den Schöpfern der Serie protestierten. Die Serie „South Park“ hat wiederholt Kritik von Religionsgemeinschaft erfahren. Vor vier Jahren gab es in Neuseeland Proteste von Christen und Muslimen gegen eine Folge, die ihrer Ansicht nach die Jungfrau Maria beleidigt hatte. 2006 hatte Comedy Central den „South Park“-Produzenten verboten, ein Bild Mohammeds zu zeigen, mit dem diese den international geschürten Aufruhr um die dänischen Mohammed-Karikaturen kommentieren wollten.

          Weitere Themen

          Das Ganze kommt mir sehr englisch vor

          Regisseur Stephen Frears : Das Ganze kommt mir sehr englisch vor

          Stephen Frears hat die Serie „A Very English Scandal“ gedreht. In ihr spielt Hugh Grant eine tragische Figur: einen liberalen Politiker, der seine Homosexualität geheim halten wollte. Es kommt zum Skandal. Was sagt uns das heute?

          Topmeldungen

          Rechtsextreme Netzwerke : Wie stoppt man den Hass?

          Rechtsextreme Netzwerke stiften im Internet immer wieder zu blutigen Taten an. In einer neuen Studie untersuchen Physiker die Dynamiken des Hasses – und entwickeln vier Strategien dagegen.
          Justin Trudeau im September in Truro

          Wahlkampf in Kanada : Der Politik-Star stellt sich den Wählern

          Ende Oktober wird in Kanada gewählt. Premierminister Justin Trudeau, der seiner liberalen Partei vor vier Jahren einen Rekordsieg einbrachte, führt einen Wahlkampf mit Startschwierigkeiten.
          Argentinische Weinbauern in der Region Mendoza.

          Freihandelsabkommen : „Das Mercosur-Abkommen ist Geschichte“

          In der EU kommt es zu einem weiteren Streit um Freihandelsabkommen. Österreich wird mit hoher Wahrscheinlichkeit gegen den Vertragsschluss mit den Mercosur-Staaten stimmen. Vieles erinnert an einen früheren Konflikt mit Kanada.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.