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Leben nach der Castingshow : Sarah Kreuz - Schaff ich das?

Bild: Marika Herzog

Sechs Millionen Zuschauer sahen sie im Finale der populärsten Casting-Show bei RTL. Um ein Haar wäre Sarah Kreuz (20) dort Deutschlands nächster Superstar geworden. Für die Sinti ist sie das schon. Jetzt muss sie ihr altes und ihr neues Leben zusammenbringen.

          Es ist nicht schwer, die Telefonnummer von Sarah Kreuz herauszufinden. Der Name steht im Telefonbuch. In den letzten Monaten haben immer wieder junge Fans bei ihr angerufen. Viele befürchteten, Sarah könne abstürzen. Sie wollten ihr Mut machen, einige rieten ihr sogar zu psychologischer Betreuung, sie sagen Dinge wie: „Du wärst nicht die Erste, die den Aufmerksamkeitsverlust nicht verkraftet.“ Und Sarah Kreuz steht währenddessen im blankgefliesten Flur ihres Elternhauses, zwanzig Jahre, eine mittelgroße Erscheinung mit langem dunklem Haar, bedankt sich freundlich und sagt dann mit Nachdruck: „Ich brauche das nicht.“

          Uwe Ebbinghaus

          Redakteur im Feuilleton.

          Bis ins Finale von „Deutschland sucht den Superstar“ hatte sie sich vorgekämpft. Mehr als sechs Millionen Menschen haben das im Mai verfolgt. Seitdem ist Sarah Kreuz eine bekannte Sängerin. Sie wurde knapp Zweite und wird „Siegerin der Herzen“ genannt.

          Das Haus, in dem sie seither wohnt, sieht aus wie ein typisches Fertighaus der siebziger Jahre. Ein großzügiges Giebeldach aus rauhen Betonpfannen, der Sockel ist rot geklinkert, eine Doppelgarage schließt sich an. Auf der Wiese hinter dem Haus steht ein abgemeldeter Wohnwagen, nur ein paar Meter entfernt verläuft eine Schnellstraße. Waschbetonplatten führen zur Haustür.

          Sarahs Eltern haben das Haus nicht selbst gebaut, sie wohnen erst seit zwei Jahren darin. Außer Sarah und ihnen leben zwei jüngere Schwestern und der Bruder mit seiner Verlobten hier. Das Sofa, auf dem Sarah in der Ecke des übersichtlichen Wohnzimmers sitzt, steht auf goldverzierten Füßen. Mit seinen Fliesen in Marmoroptik und den überall verteilten Goldakzenten vermittelt das Zimmer einen Hauch von Vornehmheit und ostentativer Sesshaftigkeit. Sarah wirkt in Rock, Wollpullover, breitem Gürtel und Cowboystiefeln neben ihrer Mutter im T-Shirt wie ein Gast im eigenen Haus. Sie spricht mit warmer Stimme und auf interessante Weise prononciert, durch die starke Betonung der Endsilben hat sie einen leichten Akzent. Oft formuliert sie so gewählt, wie man es von ausländischen Akademikern kennt. Ihre erste Sprache ist Romanes, eine indoarische Sprache, die auf die Wurzeln der Familie in ferner Vorzeit verweist. Sarah Kreuz ist Sinti.

          Für alle jungen Sinti ein Vorbild

          Im Herbst vergangenen Jahres beginnt die Vorrunde von „Deutschland sucht den Superstar“. Der ausrichtende Sender RTL lädt die vermeintlich größten Talente der Castings zum Recall nach Teneriffa ein. Vor idyllischer Hotelkulisse soll ihre Belastbarkeit getestet werden. Die weiblichen Teilnehmer werden aufgefordert, einen Bikini anzuziehen und mit einem über zwei Meter langen Python um den Hals ein vorher verabredetes Lied zu singen. Doch Sarah Kreuz tut, was man selten in diesem Fernsehformat sieht: Sie weigert sich.

          Zu den Juroren, die am Pool warten, sagt sie, sichtbar erregt, aber fest: „In unserer Tradition ist es so, dass man nicht so viel Haut zeigt. Wir sind Sinti.“ Die Juroren werden vor der Kamera verlegen, als wäre ein Bluff aufgeflogen, was ja auch der Fall war: „Kein Problem“, sagen sie tonlos. Zuvor allerdings hatten Mitarbeiter der Show Sarah massiv mit dem Ausscheiden gedroht. Ihre Weigerung sei unfair den anderen gegenüber. Aber sie sagt: „Ich bin nicht als Model zum Casting gekommen.“ Nur weil sie standhaft bleibt, einigt man sich darauf, sie solle zumindest leicht bekleidet auftreten, mit der Schlange, die war wichtig. Das tut sie dann auch.

          In den Internetforen von RTL, in Video- und Sintiforen formiert sich nach Ausstrahlung der Sequenz eine Sympathiebewegung für die junge Sängerin. Kommentare wie „du kannst stolz auf dich sein weil du ehre bewiesen hast“ laufen reihenweise ein. Noch Wochen später werden kleinste Gesten euphorisch begrüßt: „hai sara wir sind auch reisende. wie du am samstag gesungen hast des war so geil wo du noch am ende chum (ein Sinti-Gruß) gesagt hast mach weiter so“. Und „Franz“ schreibt: „Du solltest auch wissen, dass Du für alle jungen Sinti ein Vorbild bist. Ich bin mir sicher, dass Du durch Deinen Mut, Dich bei DSDS klar als Sinteza zu bekennen, vielen die Angst genommen hast.“ Auch höhnische Kommentare sind zu lesen. So etwas Verklemmtes, heißt es, wäre im 21. Jahrhundert nicht mehr zu fassen. Das schreiben auch Forennutzer, die offenbar Sinti sind.

          Ein sesshaftes Nesseltier

          „Wenn ich ins Schwimmbad gehe, ziehe ich natürlich auch einen Bikini oder einen Badeanzug an, nur vor der Kamera finde ich das unpassend“, sagt Sarah. Sie greift nach einer Zigarette und erkundigt sich, ob der Rauch jemanden stört. Ihre Mutter, das verrät ihr Blick, würde am liebsten „mich“ sagen, sie tut es aber nicht. Sie hat ihre Tochter so erzogen, dass man in bestimmten Situationen besser nicht raucht. „Das hat aber nichts mit der Sinti-Tradition zu tun“, sagt sie.

          Die Vorurteile, die es über Sinti gibt, lauten: Sie essen kein Pferdefleisch, die Frauen tragen in der Öffentlichkeit knielange Röcke, sie sind überaus familiär, „Stolz“ und „Charakter“ ist ihnen wichtig, sie vermeiden bestimmte Gespräche. Das Thema Sexualität ist tabu, darüber spricht man allenfalls mit seiner Mutter. Und die Annäherung zwischen den Geschlechtern gehorcht einer jahrhundertealten, recht komplizierten Choreographie, der aber zunehmend laxer gefolgt wird. All diese Regeln seien für sie kein Zwang, sie folge ihnen freiwillig. „Das ist unsere Kultur und ich bin stolz darauf“, sagt sie. Pferde seien doch auch so schöne Tiere, wie könne man die essen, und außerdem: „Wer redet schon gerne über Sexualität?“

          Die Seitenblicke der Mutter auf die Zigarette ignoriert sie. Vor ihrem Vater würde sie noch heute nicht rauchen, sagt sie. Die Mutter sagt: „Das tust du aber auch.“ Mit ihrer Mutter spricht Sarah ausschließlich Deutsch, mit dem Vater, einem selbständigen Metallwarenhändler, Romanes. Sie kann gar nicht sagen, warum. Den Vornamen Sarah hat die Mutter ausgesucht, den Sinti-Namen Coralla der Vater, so ruft man sie auch außerhalb der Familie. Ob der Name eine besondere Bedeutung hat, können beide nicht sagen, sie führen ihn auf die Koralle zurück, jenes sesshafte Nesseltier, ein Wesen zwischen Tier- und Pflanzenwelt, ein Glücksbringer.

          Sie muss atmen lernen

          Vor einigen Wochen wurden im Norddeutschen Rundfunk die größten „Kultschlager“ der Deutschen präsentiert. Auf den ersten Plätzen fanden sich neben „Du gehörst zu mir“ von der Sinteza Marianne Rosenberg der Titel „Marmor, Stein und Eisen bricht“ des Sinto Drafi Deutscher. Die musikalische Tradition der Sinti, die von dem Jazz-Gitarristen Django Reinhardt überstrahlt wird, ist groß, aber in letzter Zeit in der Populärmusik etwas verblasst. Schon lange hieß es unter den bestens vernetzten Sinti in Deutschland: Wenn es mit rechten Dingen zugehe, müsse eigentlich einer von ihnen bei „Deutschland sucht den Superstar“ groß rauskommen. Die Jazzsängerin Dotschy Reinhardt, die mit Sarah Kreuz weitläufig verwandt ist, lässt es einen Onkel in ihrer Autobiographie „Gipsy“ folgendermaßen sagen: „Wenn ich im Fernsehen ,Popstar' sehe, sehe ich nur Hühner, die nichts können. Da muss ich lachen. Ihr könnt das viel besser.“ Doch nur wenige trauten sich in den ersten Staffeln, keiner überstand das Probesingen bis zur Endrunde. Dann kam Sarah.

          Ihre Kindheit hat sie vor dem Aufnahmegerät verbracht. Die „Mini-Playback-Show“ hat sie samt der Jury-Urteile von vorne bis hinten nachgespielt. Später kam eine Karaokeanlage dazu. Als junges Mädchen war sie besessen von Marianne Rosenberg, später von Whitney Houston und Beyoncé. Die Popmusik aus dem Radio sang sie rauf und runter, meist in englischem Kauderwelsch. Englisch spricht sie noch heute kaum.

          Wenn Sarah in den Ferien die musikverrückte Familie der Mutter in Bremerhaven besuchte, begleitete ihr Onkel sie auf dem Keyboard. Der Großvater riet ihr zur Stimmbildung. Sie müsse atmen lernen. Um ihre Musikalität wurde aber sonst kein Aufhebens gemacht. Fast alle Kinder der Familie beherrschen Instrumente oder ihre Singstimme schon im Vorschulalter. Bei vielen fragt sich Sarah, woher nur dieses Talent stammt. Sie bekommt Gänsehaut, wenn sie ihren fünfjährigen Cousin die Geige so perfekt spielen hört, dass erfahrene Violinisten dem Autodidakten nichts mehr beibringen können. „Wenn wir Sinti zusammenkommen, sitzen wir nicht einfach so rum. Wir hören Musik oder wir machen welche“, sagt sie.

          „Eine Art Mutprobe“

          Jahrelang war es ihr größter Wunsch, einmal vor Dieter Bohlen zu singen. Aber die erste Castinggelegenheit verstreicht, weil sie den Zug verpasste. Kurz vor Ablauf der zweiten lebt sie in Bremerhaven, ist groß verliebt und hat die Schule abgebrochen. Da ihre Mutter alles macht, was ihre Kinder wollen, wie sie trocken und mit rauher Stimme sagt, rief sie in letzter Minute bei RTL an. So kommt ihre Tochter zum ersehnten Vorsingen.

          Im August vergangenen Jahres steht Sarah Kreuz, sehr nervös und mit einem nicht eben vorteilhaften Kostüm angetan, in Essen vor Dieter Bohlen und den anderen Juroren. Ihre Augen sind riesengroß, ihre Schüchternheit hat etwas Rührendes, aber sehr Würdiges. Sie verschränkt die Hände vor dem Schoß und beginnt „Listen“ von Beyoncé zu singen. Während des Vortrags verdreht sie die Augen, um nur immer an die Decke zu schauen. Dieter Bohlen findet den Auftritt „beschissen“, sagt er. „Man guckt nicht an die Decke.“ Er lobt aber ihre „Super-Stimme“ und gibt ihr ein „knallhartes Ja“. Später, als sie es bereits unter die letzten fünfzehn geschafft hat, sagt Bohlen, sie sei immer so ernst, und stellt ihr den aus „Germany's Next Topmodel“ bekannten Bewegungstrainer Bruce Darnell als persönlichen Coach zur Seite. Er soll an ihrer Ausstrahlung arbeiten, soll eine Diva aus ihr machen.

          Sarah Kreuz ist mit Tanz und anderen künstlerischen Ausdrucksformen aufgewachsen. Aber vor großem Publikum verkrampft sie. Dabei will sie unbedingt in der Sendung bleiben und genießt jede Minute: „Das war mein erstes eigenes Ding. Ich habe früher nie etwas durchgezogen.“ Während des wochenlangen Castings für die Sendung ruft sie kaum zu Hause an. „Es war eine Art Mutprobe“, sagt sie. „Ich war neunzehn Jahre lang Mutterkind, das war nicht normal.“

          Erstmals hört sie ihre Stimme richtig

          Bruce Darnell geht mit ihr in ein Tanzstudio und sagt, nachdem ihre Verspannung offensichtlich geworden ist und sie ihr mangelndes Selbstbewusstsein eingestanden hat, sie sei „nicht wertlos“, sie sei „etwas Tolles“ und dürfe - er greift es scheinbar aus der Luft - auch „ein bisschen sexy sein“. Sarah bedeutet das viel, sie tanzt, schreit und lacht befreit, zumindest für einen Moment. Wenn man sich die Fernsehaufnahmen genau anschaut, hat man das Gefühl, sie lege ihre Scheu aus reiner Sympathie für diesen gefühlvollen Mann ab, der schwarz ist, fast zwei Köpfe größer, und sich bewegt wie eine Frau.

          Im Finale gelingt Sarah der erste befreite Auftritt, die Bühnenerfahrung in der Endrunde hat ihr Leben verändert. „Es hat mir die Augen geöffnet. Mir ist auf der Bühne plötzlich mein ganzes Leben klargeworden. Schule, Privates, alles.“ Erstmals hört sie ihre Stimme richtig. Sie beschließt, sich von ihrem langjährigen Freund zu trennen, für den sie die Schule abgebrochen hatte und den sie eigentlich heiraten wollte. Er war gegen ihre Teilnahme bei der Sendung; keiner hat sich mehr bei dem anderen gemeldet. Bei ihren Fans heißt sie jetzt „Diva“.

          Inzwischen rauchen auch die Mutter und die anwesende Managerin, ohne die Sarah Kreuz auf Wunsch ihrer Plattenfirma keinen Journalisten empfängt, das Wohnzimmer voll. Und als auch der Interviewer mitraucht, steht plötzlich ein riesiger Aschenbecher auf dem Sofatisch - der professionellste Zigarettenentsorger, den man sich vorstellen kann.

          Ich brauchte die paar Buchstaben

          Im Finale der Show unterliegt Sarah mit nur einem Prozent Unterschied zum Sieger. Drei Monate lang muss sie nun dem Gewinner Daniel Schuhmacher, einem Mädchenschwarm mit Ausnahmestimme, die große Bühne überlassen. Als die Plattenfirma Sony während dieser Sperrfrist die Option, sie unter Vertrag zu nehmen, verstreichen lässt, gelingt es ihrem Manager Volker Neumüller, einen Plattenvertrag mit Universal zum Abschluss zu bringen. Er ist einer der Juroren der Show. Im Spätsommer nimmt sie ihr erstes Album auf, das Ende November erscheinen soll. Es heißt nach Whitney Houstons bekanntestem Hit „One Moment in Time“. Die CD sieht innen fast genauso aus wie das Comeback-Album des amerikanischen Vorbilds.

          Die letzten Monate waren für Sarah Kreuz nicht leicht. Täglich ist sie beim Publikum mehr in Vergessenheit geraten. Für die große Bühne hatte sie kein brauchbares Repertoire und musste bei Open-Air-Konzerten wie dem in Mainz erstmals mit ihren RTL-Interpretationen vor Tausenden von Menschen auftreten, ohne Begleitband. In ihrem vornehmen grünen Kleid wirkte sie in der sommerlichen Ausgelassenheit etwas verloren. Sie sprach viel zwischen den Liedern, als würde ihr Gesang alleine nicht reichen.

          Ein Rauchschwaden steht im Wohnzimmer, die Luft ist schwer geworden. Was wäre gewesen, wenn es nicht geklappt hätte mit dem Plattenvertrag? Stille im Raum, bis Sarah Kreuz erleichtert sagt: „Ich weiß es nicht. Irgendwie hätte es geklappt, wenn nicht bei DSDS, dann anderswo.“ Hat sich die Mutter keine Sorgen gemacht, niemand wusste ja, ob ihr Talent wirklich reicht? Die Mutter schüttelt den Kopf. Zur Not hätte sie privat singen können, meint sie. Warum hat Sarah sich auf den Englischunterricht nicht geradezu gestürzt, bei ihrem Berufswunsch? Sarah sagt: „Das war ein Fehler“, aber die Mutter wirft sofort ein: „Und ein Glück“, die Sprachenlücke habe Sarah in einer der Entscheidungssendungen die Haut gerettet, als sie bei einem Hänger auf das Pseudo-Englisch ihrer Kindertage zurückgreifen konnte. Sie selbst sagt: „Ich wollte einfach singen und brauchte die paar Buchstaben. Besser wäre natürlich gewesen, ich hätte richtig Englisch gelernt.“

          Die Mutter muss lachen

          Nur eine Sache hat der Mutter während der Zeit der Sendung wirklich Sorge bereitet: Ihre Tochter lachte kaum. Sarah sagt, sie sei nicht richtig frei gewesen. Das hat sich geändert, sagt sie. Immer wieder wird das Wohnzimmer von Lachern erfüllt, die Mutter ärgert Sarah mit trockenen Bemerkungen, Sarah verarbeitet die Bruchstellen in ihrem Leben mit schwarzem Humor. Alles Abgehobene wird geerdet, die Grundlage ihrer Gespräche ist Unerschütterlichkeit, man spürt dahinter einen rätselhaften Stil, den man nicht im Detail sieht, sondern nur in der Breite. Die Mutter, die, so Sarah, „die beste Tänzerin“ war, versucht es am Beispiel des Tanzes zu erklären: „Sinti tanzen alles, auch Standards, aber sie machen ein, zwei Schritte dazwischen, die passen und perfekt aussehen.“

          Sarah Kreuz hat keinen Schulabschluss und die ungewisse Zukunft einer Unterhaltungssängerin vor sich. Aber sie sitzt da im Haus ihrer Eltern, denkt nicht daran, sich privat an dem von ihr erwarteten Bühnenglamour zu messen oder auszuziehen, und definiert ruhig ihre Ziele: „Mein jüngstes Ziel war es, eine Single rauszubringen und mein Publikum zu erreichen, das habe ich geschafft, mein nächstes Ziel ist, dem Album zum Erfolg zu verhelfen. Wie es danach weitergeht, liegt in Gottes Hand.“ Die Mutter muss lachen. Sarahs Zielstrebigkeit ist ihr immer noch fremd, aber sie ist stolz auf sie.

          Drei Wochen später sind die Verkaufszahlen des Albums da. In die Charts ist es auf Platz 59 eingestiegen. Gehofft hatte Sarah auf einen Platz unter den ersten zwanzig. Vor einem Auftritt in Erfurt klingt sie am Handy etwas ratlos, leise, aber gefasst: „Ich will jetzt für meine Fans singen und Deutschland von meiner Musik überzeugen.“ Das ist ihr neuer Plan. Sie muss wieder kämpfen.

          Ab Januar wird Deutschland den nächsten Superstar suchen. Sarah Kreuz freut sich auf die neuen Charaktere und Talente. Die Authentizität, das Mantra einer jeden Castingshow - für Sarah Kreuz hat sie eine besondere Bedeutung, auch wenn die Echtheit in ihrer Situation ein zweischneidiges Schwert ist. Als junge Frau lebt sie gerade in zwei, vielleicht sogar drei Welten, mit jeweils eigenen, ganz unterschiedlichen Ansprüchen. Nur beim Singen sei sie sie selbst, sagt sie. Und die Mutter sagt, sie singt den ganzen Tag, sogar nach Auftritten. Mit professioneller Distanz interpretiert Sarah auf ihrer neuen CD die Textzeile: „I wanna be a gipsy girl“ - dabei wüsste niemand besser als sie, dass sie nie aufgehört hat, genau das zu sein.

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