Pressefreiheit in Italien :
Staatsanwalt hört Journalisten ab

Von Matthias Rüb, Rom
Lesezeit: 4 Min.
Migranten springen vom Deck eines Schiffes der spanischen Hilfsorganisation Open Arms vor Südsizilien ins Meer.
Die sizilianische Staatsanwaltschaft ermittelt gegen private Seenotretter. Nun wurde aufgedeckt, dass sie dabei Journalisten systematisch belauschte und überwachte. Die Justizministerin ist alarmiert.

Bei Ermittlungen gegen private Seenotretter hat die Staatsanwaltschaft auf Sizilien systematisch Journalisten abhören lassen. Mit der Sache befasst sich jetzt die Justizministerin Marta Cartabia. Auch das Parlament in Rom dürfte einen Untersuchungsausschuss einsetzen. Es geht um den „Lauschangriff“ auf mehrere italienische Journalisten, veranlasst 2017 von der Staatsanwaltschaft der sizilianischen Hafenstadt Trapani. Aufgedeckt hat die Angelegenheit der Investigativ-Journalist Andrea Palladino von der Tageszeitung „Domani“ kurz vor Ostern. Danach befindet sich in den umfangreichen Akten im Zusammenhang mit der Anklage gegen private Seenotretter – vorab die Berliner Organisation „Jugend Rettet“ – wegen des Verdachts der Beihilfe zur illegalen Einwanderung auch ein umfangreiches Dossier mit den abgehörten Gesprächen von mindestens sieben italienischen Journalisten.

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