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Magazin von Joko Winterscheidt : Junge, dein Ernst?

Anfang März präsentierte Joko Winterscheidt das Layout seines Magazins „JWD“ im Verlagshaus Gruner + Jahr, jetzt gibt es das Heft zu kaufen. Bild: dpa

Joko Winterscheidt hat jetzt sein eigenes Magazin. Die wichtigsten Themen der ersten Ausgabe: Sex, Gras und schnelle Autos.

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          Was will der Mann von heute? Sexpuppen, Gras und schnelle Autos. Zumindest ist es das, was das neue Magazin aus dem Hause Gruner+Jahr ihm anbietet: „JWD“ heißt es, das steht aber ganz ironisch nicht etwa für „janz weit draußen“, sondern für „Joko Winterscheidts Druckerzeugnis“. Nach dem beachtlichen kommerziellen Erfolg von Barbara Schönebergers eigenem Magazin, von dem mittlerweile die vierundzwanzigste Ausgabe vorliegt, hat man nun also einen Mann gesucht, den seine Geschlechtsgenossen so prima finden, dass sie eine Zeitschrift kaufen würden, in der sein Gesicht mehr als zwanzigmal abgedruckt ist. Sie haben ihn gefunden und zur Galionsfigur einer Männlichkeit gemacht, die auch gut als Satire durchgehen würde. Eines jedenfalls lässt sich schon sagen: Joko Winterscheidts ständig wiederkehrendes Gesicht ist das geringste Problem dieses Magazins.

          „Team Joko“, so nennt sich die Redaktion, schreibt nun also etwa eine Geschichte über Sexpuppen aus der Sicht einer, na klar, Sexpuppe. „Ich habe Glück. Stephan ist so zärtlich zu mir, als könnte ich es genießen.“ Und damit der Pate des Magazins auch selbst zu Wort kommt, haben sie ihn in ein Sexpuppenbordell in Dortmund geschickt, über das er zwei befremdete Absätze geschrieben hat, prominent in einem Kasten plaziert.

          Zum Date ins Nudistenrestaurant

          In Kalifornien, wo Cannabis jetzt legal ist, hat ein Autor einen kiffenden Nonnenorden aufgetan, und ein anderer suchte sich über Tinder eine Frau, die bereit war, mit ihm auf ein Date in ein Nudistenrestaurant zu gehen, in dem ein alter Mann mit faltigem Gesäß direkt neben ihrem Tisch Karaoke sang. Für sein Nacktdate habe er sich extra die Zehennägel geschnitten, schreibt er. Joko Winterscheidt in persona besuchte gemeinsam mit einer Autorin einen Porsche-Sammler mit Dreadlocks, der sich selbst als „Urban Outlaw“ bezeichnet. Im abwechselnd verfassten Text sind die Rollen hübsch klar verteilt: Winterscheidt schreibt über die tollen Autos, die Kollegin darüber, dass der Sammler den Namen seiner verstorbenen Frau tätowiert hat und immer noch stets von „wir“ redet.

          Es gibt nicht wenige Männermagazine, die problematische Frauenbilder vermitteln – und umgekehrt. „JWD“ hingegen vermittelt als Männermagazin ein Männerbild, das deutlich flacher ist als die 162 Seiten Papier. Das liegt nicht an den Artikeln selbst, die größtenteils durchaus reflektiert sind, sondern schlicht an der Auswahl der Themen: Man könnte meinen, die Interessen von Männern stagnierten in der Pubertät. Diese Themenmischung in Verbindung mit einer wahrscheinlich mal wieder ironisch gemeinten Seite voller verblüffend unlustiger Witze ist einfach perfekt – wenn die Zielgruppe aus Fünfzehnjährigen besteht. Die genug Geld haben für die beworbenen teuren Uhren.

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