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BBC suspendiert Star-Moderator : Er fliegt aus der Kurve

Bild: dpa

Für seine abgefahrene Sendung „Top Gear“ wird Jeremy Clarkson von seinen Fans vergöttert. Jetzt bremst ihn die BBC aus. Der Grund dafür soll ausnahmsweise nicht sein loses Mundwerk sein.

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          Man konnte darauf wetten, dass er sich irgendwann um Kopf und Kragen reden würde. Jetzt ist es passiert: Die BBC hat den legendären Jeremy Clarkson, Vollgas-Gastgeber der Autoshow „Top Gear“ suspendiert. Doch es geht diesmal nicht um Clarkson nicht eben der politischen Korrektheit entsprechende Kommentare, ein Streit mit einem Produzenten der Sendung soll der Grund für das Zerwürfnis sein. Die nächsten beiden Ausgaben von „Top Gear“, das sonntags läuft, sind aus dem Programm gestrichen worden.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          „Niemand sonst ist suspendiert worden“ teilt die BBC noch mit. Das könnte bedeuten, dass sich der Sender mit dem Gedanken trägt, nach der Auszeit mit den beiden anderen Testfahrern Richard Hammond und James May weiterzumachen. Für die weltweite Fangemeinde von „Top Gear“ dürfte das unvorstellbar sein. Clarkson ist der verwegene Pater Familias der Sendung, sein Witz gibt dem ewigen Wettstreit der Drei die nötige Würze.

          Große Jungs in heißen Kisten

          Mit seinen Umgangsformen ist Clarkson freilich immer wieder angeeckt. Er hatte Sprüche vom Stapel gelassen, die man weniger als ironisch, sondern rassistisch, schwulenfeindlich oder sexistisch auffassen durfte. Ein um das andere Mal bedrängte ihn die BBC, sich öffentlich zu entschuldigen. Clarkson gefällt sich in der Rolle des Rauhbeins und genau das dürften die Anhänger von „Top Gear“ an ihm schätzen. Dort geht es nicht um trockene Autotesterei, wir sehen vielmehr drei große Jungs in heißen Kisten, mit denen sie die tollsten Dinge anstellen, auch gern solche, für die Automobile gemeinhin nicht geeignet sind – etwa als fahrende Boote.


          Im Mai des vergangenen Jahres hatte Clarkson von der BBC nach einem neuerlichen verbalen Ausfallschritt dem Vernehmen nach eine letzte Warnung erhalten: Noch so ein Ding und er müsse gehen. Der jetzige Streit mit einem Produzenten bei Dreharbeiten in Newcastle erscheint nach den vorliegenden Informationen als vergleichsweise nichtiger Anlass, Clarkson die rote Karte zu zeigen. Die  Suspendierung soll, wie britische Medien berichten, von ganz oben in der BBC beschlossen worden sein.

          Damit geht der Sender ein hohes Risiko ein. „Top Gear“ ist eines der populärsten Formate der BBC. Es erreicht nicht nur sieben Millionen Zuschauer in Großbritannien, sondern erreicht sein Publikum weltweit. Die Stunts, die sich Clarkson, Hammond und May leisten, sind auch ein Youtube-Hit.


          Seinen Humor hat der Moderator, der mit der Show pro Jahr 600 000 Pfund verdienen soll, nicht verloren. Auf Twitter räsoniert er im Dialog mit seinem Kompagnons Richard Hammond und James May darüber, was die BBC nun anstelle von „Top Gear“ ins Programm nimmt: Vielleicht eine Tier-Dokumentation „Where Eagles dare“? „Last of the Summer Wine“ schlägt Hammond vor. Er habe ein paar schöne Kriegs-Dokumentationen gedreht, schreibt Clarkson. Davon könne die BBC doch jetzt mal eine senden.

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