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Japan : In jedem Haus der Tatami-Raum

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Kniend trinken Bild: dpa

Ein leerer Raum mit Reisstrohmatten auf dem Boden - dies zeichnet eigentlich alle historischen japanischen Häuser aus.

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          Vor allen japanischen Häusern stehen Schuhregale. Bewohner und Besucher müssen gleichermaßen ihr Schuhwerk ablegen, ehe sie über die Schwelle treten. Diese Eigenart der Japaner hat mit einer herausragenden Eigenschaft japanischen Wohnens zu tun. Das Leben in japanischen Häusern findet auf dem Boden statt.

          Dieser Umstand führt zu einigen Charaktereigenschaften japanischer Häuser. Was dem westlichen Reisenden sofort auffällt, ist das Fehlen von Möbeln. Ein flacher Tisch, ein paar Sitzkissen und das Futon im Wandschrank reichen vollkommen aus, um ein Zimmer tag- und nachttauglich zu machen. Die einzigen Möbelstücke, die es gibt, sind Schränke und Hausaltäre.

          Der Wandschirm

          Ein weiteres Möbelstück, das es in Europa in dieser Weise nicht gibt, ist der gefaltete Stellschirm. Als Raumteiler oder als Fenster finden sich Schirme aus Papier oder Holz. In Schlössern und Burgen sind die Schirme kostbar mit Bildern verziert. In alten Bauernhäusern sind die Fenster meist aus zwei Schichten, eine aus festem Holz gegen Wind und Regen, die zweite aus Glas oder Papier.

          Bauernhäuser in der Präfektur Gifu

          Am Boden des traditionellen japanischen Hauses liegen mindestens in einem Raum "Tatami"-Matten. Diese aus Schilf geschichteten Fußbodenbeläge mit den Maßen 191cm zu 95.5cm bilden nicht nur die gängige Maßeinheit für Wohnungsgrößen, sondern geben den Häusern, wenn sie frisch verlegt sind, durch ihren Geruch eine typische Note. Auf diesem Fußboden sitzt man in Japan eigentlich bei jeder Tätigkeit. Selbst in modernen Gebäuden gibt es Tatami-Räume, die für die traditionelle Tee-Zeremonie oder einfach für Ruhe und Erholung vorgesehen sind.

          Durch die Multifunktionalität der Räume fällt gerade bei einem Besuch historischer Gebäude auf, dass sie einander sehr ähnlich sehen: Eine Burg etwa sieht aus wie ein Geisha-Freuden-Haus oder ein Bauernhaus. Nur Kleinigkeiten deuten darauf hin, wer die Häuser benutzt. Wehrgänge und ein verschachtelter Grundriss deuten auf Samurai als Bewohner, während Geishas, die als gebildete Amüsierdamen besondere Vorführräume haben, während sich im Bauernhaus die Ställe neben dem Wohnraum anschlossen. Und selbst Tempel haben vor dem Altar den obligatorischen Mattenbelag.

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