https://www.faz.net/-gqz-oc3b

Jahresrückblick : Das Kulturjahr 2003

  • Aktualisiert am

Bild:

Eine über den Irak-Krieg zerstrittene Welt, Bücher vor Gericht, der deutsche Film im Aufwind, Künstler im Sturzflug, die dritte „Matrix“ und der fünfte Harry Potter: das Kulturjahr 2003 im Jahresrückblick von FAZ.NET.

          Eine über den Irak-Krieg zerstrittene Welt, Abstürze wie die von Michel Friedman, Jörg Immendorff und Günter Wallraff, Bücher, die mehr die Gerichte beschäftigten als die Leser, und Autobiographien von Effenberg bis Bohlen: Das Jahr 2003 war ein schwieriges für die Kunst- und Kulturwelt. Aus deutscher Sicht gab es aber auch Grund zur Freude: Der deutsche Film ist mal wieder im Aufwind, was nicht nur ein Oscar beweist, und auch deutsche Musik läßt sich wieder hören. Zu beklagen war der Abschied von Persönlichkeiten wie Katherine Hepburn, Charles Bronson, Edward W. Said und Johnny Cash. Das Kulturjahr 2003: ein Jahresrückblick von FAZ.NET.

          Januar

          Die Irak-Krise sorgt für Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und einigen europäischen Ländern und spaltet Europa. Dort kommt es zu Massendemonstrationen gegen den Krieg. Zahlreiche Künstler wie Arundhati Roy und Susan Sontag üben harte Krieg an Amerika; Intellektuelle wie Hans Magnus Enzensberger und György Konrád, die den amerikanischen Kurs unterstützen, sind in der Minderzahl. Siehe auch: Durften die das?

          12. Januar Der Musiker Maurice Gibb, der mit seinen Brüdern Barry und Robin die Bee Gees bildete, stirbt im Alter von 54 Jahren.

          12. Januar Die Originalpartitur von Ludwig van Beethovens 9. Symphonie gehört nun offiziell zum „Weltgedächtnis“ der Unesco.

          21. Januar Das „Unwort“ des Jahres 2002 heißt „Ich-AG“, entscheidet eine Jury aus sechs Sprachexperten.

          26. Januar Die populäre Orientalistin Annemarie Schimmel stirbt im Alter von 80 Jahren.

          Februar

          Maxim Billers Roman „Esra“ erscheint, der für eine langwierige juristische Auseinandersetzung sorgt. Eine frühere Freundin Billers und ihre Mutter erkennen sich als Romanfiguren wieder und gehen gerichtlich gegen das Buch vor. Im Oktober entscheidet das Landgericht München, daß „Esra“ nicht mehr publiziert werden darf. Siehe auch: Fiktionen vor Gericht: Maxim Billers Roman „Esra“

          3. Februar Die neue Führung der Bayerischen Staatsoper von 2006 an ist komplett: Christoph Albrecht kommt aus Dresden, Kent Nagano aus Berlin.

          12. Februar Wolfgang Beckers DDR-Komödie „Good Bye, Lenin“ kommt ins Kino und wird zum erfolgreichsten deutschen Film seit Jahren. Mehr als sechs Millionen Deutsche sehen den Film, der auch im Ausland ankommt.

          16. Februar Der serbisch-jüdische Schriftsteller Aleksandar Tisma stirbt im Alter von 79 Jahren in seiner Heimatstadt Novi Sad. „Der Gebrauch des Menschen“ gilt als sein bedeutendstes Werk.

          27. Februar Das Berliner Architektenteam um Daniel Libeskind erhält den Zuschlag für das neue World Trade Center. Libeskind setzte sich in der Endrunde gegen das New Yorker Team „Think“ durch. Im Juli wird Libeskind der Pragmatiker David Childs als „Projektleiter“ vor die Nase gesetzt. Siehe auch: WTC-Gedenkstätte: Die Entwürfe der Finalisten

          März

          3. März Der Schauspieler Horst Buchholz, der in Filmen wie „Eins, zwei, drei“ und „Die glorreichen Sieben“ auftrat, stirbt im Alter von 69 Jahren in Berlin.

          9. März Mit dem Sieg des 19jährigen Alexander endet das Musikspektakel „Deutschland sucht den Superstar“, das zum Medienphänomen wurde und Dieter Bohlen endgültig salonfähig werden ließ.

          23. März Oscar-Verleihung in Hollywood: Caroline Links „Nirgendwo in Afrika“ wird mit einem Oscar für den besten fremdsprachigen Film geehrt. Beste Hauptdarsteller sind Nicole Kidman und Adrien Brody. Roman Polanski erhält den Oscar für die beste Regie bei „Der Pianist“. Erfolgreichster Film ist mit sechs Oscars das Musical „Chicago“. Wegen der Irak-Krise wird bei der Verleihung auf einen Großteil des gewohnten Glamours verzichtet. Für Aufruhr sorgt Dokumentarfilmer Michael Moore, der Präsident George W. Bush attackiert. Siehe auch: FAZ.NET Spezial zur Oscar-Verleihung

          Weitere Themen

          Fed am Wendepunkt

          Zinssenkung erwartet : Fed am Wendepunkt

          Alle rechnen heute Abend mit einer Zinssenkung der amerikanischen Notenbank. Mit Spannung erwarten sie die Lageeinschätzung des Präsidenten Jerome Powell. Der allerdings steht unter Druck – Trump wirft ihm Ahnungslosigkeit vor.

          Topmeldungen

          Klimastreik in Berlin : Rackete for Future

          Beim großen Klimastreik in Berlin überlassen die Aktivisten von „Fridays for Future“ anderen die Bühne. Es sollte der Auftakt sein für ein breites gesellschaftliches Bündnis. Doch noch prallen Welten aufeinander.
          Ihnen reicht der Kompromiss nicht: Wie in Berlin demonstrierten Hunderttausende

          Kompromiss und Proteste : Was in der langen Nacht geschah

          Erst war das Klimaschutzgesetz fast am Ende, dann kam der Protest – und dann stritt das Kabinett eine Nacht lang. Jetzt sonnt sich die Politik im Glanz der Einigung. Währenddessen dröhnt der Protest Hunderttausender.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.