https://www.faz.net/-gqz-9n8qa

Italiens Meinungsfreiheit : Matteo Salvinis Angst vor Leintüchern

Kein Meinungseinerlei mehr: Am 16. Mai geraten in Neapel Polizei und Gegner des Innenministers Matteo Salvini aneinander. Bild: EPA

Grundrecht in Gefahr: Der Lega-Chef greift in Italien gegen jene durch, die öffentlich zeigen, dass sie ihn ablehnen. Auch dass er dafür Organe nutzt, die seinem Innenministerium unterstehen, führt zu heftigen Protesten.

          3 Min.

          Wenn die Feuerwehr kommt, geht es gewöhnlich um Notfallhilfe und Gefahrenabwehr. Ob das auch am 13. Mai in dem Städtchen Brembate nahe Bergamo der Fall war, ist mindestens fraglich. Gegen acht Uhr morgens rückte dort ein Lastwagen der städtischen Feuerwehr mit Drehleiter aus: zur Entfernung eines Bettlakens, das im zweiten Stock eines Wohnhauses zwischen zwei Fenstern gespannt war. In großen blauen Lettern stand darauf: „Du bist nicht willkommen.“

          Matthias Rüb

          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Der eher unfreundliche Gruß galt dem italienischen Innenminister und stellvertretenden Regierungschef Matteo Salvini. Der war an jenem Montag vor einer Woche zum Wahlkampf für seine Partei – die rechtsnationalistische Lega – in seiner norditalienischen Heimatregion Lombardei unterwegs. Der erste von mehreren Auftritten des Tages war jener in Brembate.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : Neu

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. digital – Jubiläumsangebot

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Klärungsbedarf: Zübeyde und Peter Feldmann am Abend der Wiederwahl des Oberbürgermeisters

          Feldmann und die Kita-Affäre : Gut bezahlte Nebenrolle

          Als Zübeyde Temizel noch am Konzept für eine Kita in Wiesbaden gearbeitet haben soll, besichtigte Peter Feldmann schon die „Dostluk“-Baustelle in Frankfurt. Und das ist längst nicht die einzige Ungereimtheit in der Sache.