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Autor und Verleger : Roberto Calasso gestorben

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Man konnte von ihm mehr lernen als von allen anderen Verlegern zusammen: Roberto Calasso (1941 bis 2021) Bild: dpa

Als glänzender Essayist widmete er sich Nietzsche und Baudelaire, der griechischen Antike ebenso wie der indischen Kultur. Als Geschäftsführer leitete er den Verlag Adelphi Edizioni. Nun ist Roberto Calasso im Alter von achtzig Jahren gestorben.

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          Sein Verlag Adelphi Edizioni dankte auf Twitter für die „zahllosen Beileidsbekundungen“, die ihn erreicht hätten, und ergänzte: „Es gäbe noch viel zu sagen, aber in Momenten wie diesen ist das Bewusstsein nicht klar genug, um es zu tun, und man bevorzugt die Stille.“

          Roberto Calasso, der italienische Schriftsteller und Verleger, der schon als Student zu Adelphi Edizioni gestoßen war und das Verlagshaus von 1971 als geschäftsführender Direktor geleitet hatte, ist in Mailand gestorben. Italiens Kulturminister Dario Franceschini sprach davon, dass mit Calasso eine einer Säule des italienischen Verlagswesens wegbreche und bezeichnete den Verstorbenen als „außergewöhnlichen Intellektuellen“. Der Nachrichtenagentur Ansa zufolge war Calasso seit einiger Zeit krank gewesen. Vor knapp zwei Monaten hatte der in Florenz geborene Essayist und Kulturphilosoph seinen 80. Geburtstag gefeiert.

          In seinen Essays und Büchern beschäftigte Calasso sich unter anderem mit den Werken anderer Autoren, wie dem französischen Lyriker und Schriftsteller Charles Baudelaire oder dem deutschen Philosophen Friedrich Nietzsche. Für seine Nietzsche-Edition erhielt er 1989 den Nietzsche-Preis Premio Internazionale Federico Nietzsche. 2008 bekam er den Wissenschaftspreis der Aby-Warburg-Stiftung. Sein damaliger Festvortrag lautete „Baudelaire und der Bilderkult“.

          Calassos Schriften wurden in viele europäische Sprachen übersetzt. In Deutschland erschienen von ihm unter anderem „Der Traum Baudelaires“, „Die Glut“ oder zuletzt 2019 „Das unnennbare Heute“. Adelphi Edizioni veröffentlichte noch kurz vor seinem Tod die Bücher „Bobi“ und „Memè Scianca“.

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