Italien : Die Lampedusa-Realität
Von Dirk Schümer
Lesezeit: 4 Min.
Eine Insel mit zwei Bergen - das ist für Armutsflüchtlinge aus Afrika der erste Eindruck von der Sehnsuchtsheimat Europa. Das eigentlich Bemerkenswerte an dem Steinbrocken namens Lampedusa - auf dem afrikanischen Festlandssockel liegend, doch zu Italien gehörig - ist, dass es hier nichts Bemerkenswertes gibt. Alles kahl und steinig, eine Hochfläche mit zwei Hügeln, ein Sandstrand und ein winziges Örtchen, in dem man ohne große Umbauten einen Spielfilm über Italiens faschistische Kolonialpräsenz in Äthiopien oder Libyen drehen könnte: Außer den anderthalbstöckigen, windgegerbten Betonhäusern im sachlichen Duce-Stil befinden sich inzwischen auch die afrikanischen Komparsen auf der Insel, die man für solch einen Film gebrauchen könnte.
Ohne Abo weiterlesen
Dies ist kein Abo. Ihre Registrierung ist komplett kostenlos,
ohne
versteckte Kosten.
Oder 3 Monate für 1 € pro Monat Zugang zu allen FAZ+ Beiträgen
erhalten
und immer aktuell informiert bleiben.
