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Die Feuerwehr begutachtet zwei Tage nach dem ersten Erdbeben den Schaden in der Stadt. Der Kirche „Madonna delle Carcer“ fehlt ihr Turm. Bild: Picture-Alliance

Erdbeben in Italien : Die doppelte Tragödie von Camerino

Ohne Unterstützung aus Rom: Wie die kleine Universitätsstadt in den Marken mit den Folgen des Erdbebens von 2016 kämpft.

          10 Min.

          „#il futuro non crolla“ steht auf den T-Shirts der Studenten in Camerino: „Die Zukunft stürzt nicht ein.“ Das ist ihre Hoffnung, so lautet das Motto, dem sie sich verschrieben haben. Denn die Vergangenheit, die baulichen Zeugnisse und Überlieferungen sind eingestürzt, die Stadt, die Universität, das öffentliche Leben, der Lehrbetrieb, Kirchen und Paläste, Schulen und Bibliotheken, Geschäfte und Werkstätten – das alles und noch viel mehr hat das Erdbeben vom 26.Oktober 2016 wenn nicht zu Fall so doch außer Funktion gebracht. Zwar stehen die meisten Gebäude noch, sicher und bewohnbar aber sind sie nicht mehr.

          Andreas Rossmann
          Freier Autor im Feuilleton.

          Das historische Zentrum der mittelalterlichen Stadt im Westen der Marken, an der Grenze zu Umbrien, ist so schwer beschädigt, dass es gesperrt werden musste. Noch immer ist man damit beschäftigt, aufzuräumen und die Gebäude zu stabilisieren, noch wurde nicht mit der Instandsetzung begonnen, für die mit dem Hashtag „#il futuro non crolla“ Spenden eingeworben werden. Die Zukunft zu sichern, dafür zu sorgen, dass nicht auch sie einstürzt, das ist hier alles andere als ein Lippenbekenntnis: Die Schrift – weiß auf rotem Stoff – reicht bis übers Herz.

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