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Ist Omikron der Schlusspunkt? : Unser Aufbruch in die Post-Pandemie-Phase

Wie viel Zuversicht ist da auf auf ein Ende der Pandemie? Bild: dpa

Die neue Zeitrechnung hat begonnen: Während sich die Omikron-Wand vor uns aufbaut, lohnt es sich gerade jetzt, über ein baldiges Ausklingen der Seuche durch eine immunologisch orchestrierte „Nachdurchseuchung“ nachzudenken.

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          Kein Gedanke kann vermessen genug sein, dass er nicht irgendwo auch in den Szenarien auftaucht, mit denen unsere pandemische Zukunft heute schon wissenschaftlich verhandelt wird. Zuversicht mag vielen als ein solches gedankliches Wagnis erscheinen, gerade jetzt, da sich die Omikron-Wand vor uns aufbaut, und in solchen Zeiten ist der Fixpunkt öffentlicher Debatten stets auf das Worst-Case-Szenario gerichtet. Christian Drosten selbst, der anerkanntermaßen meistbeachtete Kenner der Coronaviren-Kalamitäten, hat den Möglichkeitsraum für Gutgläubige in seinem jüngsten Podcast mit Korinna Hennig weit geöffnet: Wir haben es, sagte er, „mit einem perfekten Nachpandemievirus zu tun“. Gemeint ist Omikron.

          Joachim Müller-Jung
          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Drostens postpandemische Erzählung verhallte politisch weitgehend ungehört, zu mächtig wirkt die unmittelbare, durch Omikron lauernde Gefahr, als dass man sich mit der Zeit nach der Pandemie schon zu beschäftigen imstande sieht. Ohnehin ist es geradezu anrüchig, von einer nachpandemischen Zeit zu sprechen, wenn zweiundfünfzig Prozent der Weltbevölkerung nicht einmal eine Zweifachimpfung erhalten haben, vier Fünftel von Afrika praktisch noch ungeschützt sind, und die Impfstoffe (armes China!) gegen die Urgewalt der viralen Mutation allmählich ins Hintertreffen zu geraten drohen.

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