https://www.faz.net/-gqz-8doq6

Islam und Körper : Das sexuelle Elend der arabischen Welt

  • -Aktualisiert am
Wem gehört der weibliche Körper? Ägyptische Anhängerinnen der Muslimbruderschaft beim Koranlesen.
Wem gehört der weibliche Körper? Ägyptische Anhängerinnen der Muslimbruderschaft beim Koranlesen. : Bild: AFP

Das ist die Freiheit, die der Migrant will, ersehnt, aber nicht akzeptiert. Er sieht den Westen durch den Körper der Frau und betrachtet deren Freiheit in den religiösen Kategorien der Unsittlichkeit und der „Tugend“. Der Körper der Frau wird nicht als der Ort des für den Westen wesentlichen Werts der Freiheit gesehen, sondern als Sinnbild der Dekadenz: Man möchte ihn daher auf Besitz reduzieren oder auf die zu „verhüllende“ Sünde. Die Freiheit der Frau im Westen wird nicht als Grund für dessen Überlegenheit erkannt, sondern gilt als ein launenhaftes Element des westlichen Kults der Freiheit. In Köln reagierte der (gutgläubige) Westen, weil dort an das „Wesen“ seiner Moderne gerührt wurde, während der Aggressor nur eine Belustigung sah, geprägt vom Überschwang eines Fests und vielleicht einem Übermaß an Alkohol.

Mit pornographischem Islamismus rekrutiert man Gläubige

Köln ist also ein Ort der Wahnphantasien: jener der Rechtsextremen, die über eine Invasion durch Barbaren schimpfen, und jener der Vergewaltiger, die den Körper nackt wollen, weil er ein „öffentlicher“ Körper ist, der niemandem gehört. Man hat gar nicht erst gewartet, bis die Schuldigen identifiziert waren, weil das im Spiel der Klischees kaum eine Rolle spielt. Und auf der anderen Seite hat man noch nicht verstanden, dass es beim Asyl nicht nur darum geht, „Papiere“ zu erhalten, sondern den Gesellschaftsvertrag der Moderne zu akzeptieren.

Das Geschlecht ist das größte Elend in der Welt „Allahs“. Und zwar in solch einem Maße, dass es jenen pornographischen Islamismus hervorgebracht hat, von dem die islamistischen Prediger reden, um ihre „Gläubigen“ zu rekrutieren: Beschreibungen eines Paradieses, das eher einem Bordell ähnelt als einem Lohn für die Frommen, Phantasien über Jungfrauen für Selbstmordattentäter, Jagd auf Körper im öffentlichen Raum, Puritanismus der Diktaturen, Schleier und Burka.

Der Islamismus ist ein Angriff auf das Begehren. Und dieses Begehren wird im Westen mit seiner aufreizenden Freiheit zuweilen explodieren. Denn „bei uns“ gibt es keinen Ausweg außer nach dem Tod und dem Jüngsten Gericht. Ein Aufschub, der die Lebenden zu Zombies macht oder zu Selbstmordattentätern, die in ihren Phantasien den Tod mit einem Orgasmus verwechseln, oder auch zu Frustrierten, die davon träumen, nach Europa zu gelangen, um durch diese Irrfahrt der sozialen Falle ihrer Feigheit zu entkommen: Ich will eine Frau kennenlernen, aber ich will nicht, dass meine Schwester die Liebe mit einem Mann kennenlernt.

Es gilt, Werte durchzusetzen und verständlich zu machen

Zurück zur Ausgangsfrage: Ist Köln das Signal, dass es an der Zeit ist, die Türen oder die Augen zu verschließen? Weder das eine noch das andere. Die Türen zu schließen wird über kurz oder lang dazu führen, dass man durch die Fenster schießt, und das wäre ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Aber die Augen vor der mühsamen Aufgabe der Aufnahme und Hilfe und all der dazu erforderlichen Arbeit an sich selbst und den anderen zu verschließen wäre gleichfalls naiv und führte ebenso zum Töten. Die Flüchtlinge lassen sich nicht auf eine Minderheit von Kriminellen reduzieren, aber sie bringen das Problem von „Werten“ ins Spiel, die es zu teilen, durchzusetzen, zu verteidigen und verständlich zu machen gilt. Damit stellt sich auch das Problem der Verantwortung nach der Aufnahme, und dieses Problem muss nun angepackt werden.

Weitere Themen

Topmeldungen

Intensivstation im Essener Universitätsklinikum: Unter anderem um Investitionen in das deutsche Gesundheitssystem geht es beim Bund-Länder-Ausgleich wegen der Corona-Lasten.

Bund-Länder-Streit : Wer zahlt die Kosten der Pandemie?

Die Länder beklagen sich über den Vorstoß von Ralph Brinkhaus, der ihnen mehr finanzielles Engagement in der Corona-Krise abverlangen will. Jeder verweist auf seine Hilfspakete – doch wer die größten Lasten trägt, ist klar.

Newsletter

Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.