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Berichterstattung über Terror : Terrorwarnung

Nach den Terroranschlägen: Sicherheitskräfte patrouillieren am Kreisverkehr Charlemagne Karel de Grote in Brüssel Bild: dpa

Kurz nach den Anschlägen von Brüssel wird in der Live-Berichterstattung über die möglichen Motive der Täter spekuliert. Im Internet bekennt sich die Terrorgruppe „Islamischer Staat“ zu der Tat. Der Terror geht weiter.

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          In der ersten Meldung ist von einer Detonation die Rede und von einem Dutzend Verletzten. Man weiß: Dabei wird es nicht bleiben. Es wird von weiteren Bomben die Rede sein, von Toten und von vielen Verletzten, die Zahlen werden steigen. Das war in Paris so, das ist in Brüssel so. In kurzer Zeit summieren sich die Angaben im Live-Ticker zu dem befürchteten Befund eines verheerenden Terroranschlags. Er kostet mindestens 34 Menschen das Leben, mehr als hundertachtzig werden verletzt, eine Stadt wird lahmlegt.

          Michael Hanfeld
          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Der Anschlag, sagt Bundesinnenminister Thomas de Maiziere, habe nicht nur den Menschen in Brüssel gegolten. Er gelte uns allen, er gelte der freien Welt, sagt auch der französische Staatspräsident François Hollande. Inmitten dieser demonstrieren die Attentäter die Allgegenwart ihres Terrors. Er kann jeden treffen, er dringt in das Leben jedes einzelnen ein und will uns die Freiheit nehmen. Denn die Front, welche die Mörder bilden, beginnt an der nächsten U-Bahn-Station, am Bahnhof, am Flughafen, im Stadion, auf dem Marktplatz. Die Menschen sollten bleiben, wo sie sind, das sei am sichersten, empfehlen die belgischen Behörden.

          Endlich erkennt einer, dass sie Hilfe braucht

          Die Korrespondenten, die wir im Fernsehen hören, bleiben im Studio und haben die undankbare Aufgabe, Hintergründe zu dem Geschehen zu liefern, dessen aktuelles Ausmaß sie nicht kennen können. Von dem wissen näherungsweise die Kollegen in der Nachrichtenredaktion, die Agenturmeldungen und das Internet im Blick haben. Twitter-Botschaften werden verlesen. Vom französischen Fernsehen kommt die Einspielung des Interviews mit einer jungen Frau, die am ganzen Körper zittert. Sie war direkt an einem der Anschlagsorte und steht offensichtlich unter Schock. Reporter drängen an sie heran, jemand hält ihr sein Handy vors Gesicht, bis endlich einer erkennt, dass sie dringend ärztliche Hilfe benötigt.

          Bei CNN laufen ununterbrochen Bilder aus dem zerstörten Flughafen, Tote und Verletzte sind im Bild. Und sogleich beginnt die Stunde der Experten, die darauf geeicht sind, ad hoc zu mutmaßen – etwa, dass die Anschläge mit der Verhaftung des Paris-Attentäters Salah Abdeslam zusammenhängen könnten oder warum die Sicherheitsbehörden die Anschläge nicht verhindert haben. Im Internet brüstet sich da schon die Terrorgruppe „Islamischer Staat“ mit dem Massenmord. Der belgische Außenminister warnt, in Brüssel könnten noch weitere Attentäter unterwegs sein. Es ist noch nicht vorbei. Nicht nur an diesem Tag, nicht nur in Brüssel.

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