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iPad : Das Internet in unserer Hand

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Bedienoberfläche wie bei Macbook oder iPhone

Bedienoberfläche wie bei Macbook oder iPhone Bild: Apple

Das Geheimnis ist gelüftet: Es ist ein iPad. Der Hype um Apples neuesten Streich scheint berechtigt zu sein. Offenbar ist Steve Jobs seinem Ideal, das Internet in Händen zu halten, mit seinem neuen Tablet-PC wieder ein Stück näher gekommen.

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          Die ganze computerisierte Welt spielt verrückt, weil da einer in San Francisco eine Elektrotafel auspackt, aber Jaron Lanier, der Technoguru und Internetskeptiker, lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. „Ich wünsche Apple alles Gute“, sagt er, „für die Menschheit wird es jedoch eher von grundlegender Bedeutung sein, ein weltweit gültiges Abkommen über die Bezahlung von Information, von geistigem Eigentum zu treffen. Sonst ist es nicht möglich, wirklich vernetzt zu sein.“

          Wie mit geistigem Eigentum umzugehen ist, wird nun gerade auch mit der Enthüllung des iPad, ja, so heißt das neue Wunderding, zum zentralen Thema nicht bloß für Netznutzer werden. Ob Musiker oder Künstler, Schriftsteller oder Tänzer, alle werden uns noch näher kommen, immer und überall, jeder Widerstand ist zwecklos. Der Preis für das Gerät steht fest: ab 499 Dollar. Aber wie sich die ganze Sache drumherum rechnen soll, wird noch einiges Kopfzerbrechen kosten. Noch leuchten die Augen, überschlagen sich im Internet die Stimmen, simultan sogar mit der Enthüllung des neuesten Supergadgets aus dem Hause Apple. Live aus dem Yerba Buena Center San Francisco hören wir das Stimmengewirr, auch wenn Apple selbst gar nichts dazu tut: Perfekt! Wow! Wunderschön! Ich habe so was noch nie gesehen! Schau, die „New York Times“, sieht toll aus! Es ist wie in „Minority Report“! Die Farben!

          „Phänomenal“, „erstaunlich“, „unglaublich“

          An sich hätte Steve Jobs es gar nicht nötig, den iPad in die Höhe zu halten und sein Werk als „phänomenal“, „erstaunlich“ und „unglaublich“ anzupreisen, es ein „wirklich magisches und revolutionäres Produkt“ zu nennen. Er kann sich auf seine Fans verlassen, die den Verkaufsjob für ihn erledigen und ihn immer wieder mit Beifall unterbrechen. Leicht und schlank, glatt und geschmeidig, von jedem überflüssigen Knopf oder Rädchen befreit, scheint auch der iPad wieder einem feuchten Designertraum entsprungen zu sein.

          Fast wie ein richtiges Buch...
          Fast wie ein richtiges Buch... : Bild: REUTERS

          Ja, ab und zu kommen in dem Technologierausch auch schon mal leise Zweifel auf: Ist der iPad denn auch grün? Gibt es, mit Ausnahme der Größe, überhaupt einen dramatischen Unterschied zwischen dem neuen iPad und dem altbewährten iPod Touch, also dem iPhone ohne Telefon? Braucht wirklich jemand ein Ding zwischen einem Laptop und einem Smartphone? Die Antwort, die sich allmählich durchsetzt: Und ob! Zwischendurch die erste Sensation unter Beihilfe der „New York Times“: Die Zeitung hat eine Application mit Apple entwickelt. Die „Times“ virtuell, aber doch erstaunlich realistisch. Der iPad-Nutzer kann Zeitungsartikel lesen, sie archivieren, Fotos und Typographie sich je nach Belieben in verschiedenen Größen auf den Bildschirm holen, natürlich auch die Videos des Blattes antippen. „Alles, was Sie an der Zeitung lieben, ist hier“, sagt der Mann von der „Times“. Über den Kostenpunkt schweigt er sich erst mal aus.

          eBooks in Farbe: Nur eine der Revolutionen

          Und das ist noch nicht alles. Sensation Nummer zwei: Zusammen mit fünf Verlagen stellt Apple eine Application zum Bücherlesen vor. Jeff Bezos, der Mann mit dem Kindle, müsste erbleichen. Im iBooks Store bietet Apple an, was Penguin, HarperCollins, Simon & Schuster, Macmillan und Hachette auf Lager haben. In Farbe! Und, wenn gewünscht, auch begleitet von Videos. Finanzielle Details sind auch da noch nachzureichen. Aber die Revolution, die Jobs ausgerufen hat, findet in diesen beiden Kategorien wohl tatsächlich statt. Die Folgen sind noch gar nicht auszumalen.

          Die Fans indes haben andere Sorgen. Alle ihre Wünsche hat Apple nicht erfüllt, und wie immer gilt die Regel: Wer das Gerät noch nicht in der Hand gehalten halt, sollte mit seinem Urteil vorsichtig sein. Der iPad hat keine Kamera, keine Batterie, die herauszunehmen wäre, auch keine austauschbare Speichereinheit. Trotzdem hören sich die Kommentare aus dem Yerba Buena Center wie Hallelujahchöre an. Der Jubel mag bei Amazon allerdings in einen Trauermarsch umschlagen. „Der Kindle“, sagt einer der Berichterstatter, „ist tot.“ Offenbar ist Steve Jobs seinem Ideal, das Internet in Händen zu halten, wieder ein Stück näher gekommen. In seinem Idealzustand wäre der iPad nämlich unsichtbar. Fast ist er es.

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