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Interview-Überfall auf WDR : WDR geht gegen russisches Staatsfernsehen vor

  • Aktualisiert am

Jetzt reicht es: Hajo Seppelt ruft die Polizei. Bild: F.A.Z.

Den Interview-Überfall auf den Dopingrechercheur Hajo Seppelt will der WDR nicht hinnehmen. Das Material dürfe nicht verbreitet werden.

          Der WDR lässt das überfallartige Interview des russischen Staatsfernsehens mit dem Reporter Hajo Seppelt nicht auf sich sitzen. „Hajo Seppelt gehört zu den renommiertesten und besten Sportjournalisten von WDR und ARD, wir sind stolz auf seine investigativen Filme und vertrauen seinen Recherchen“, sagte die Sendersprecherin Ingrid Schmitz. „Das Interview mit Hajo Seppelt, das im russischen Fernsehsender RossijaTV gezeigt wurde, ist weder von ihm noch vom WDR freigegeben worden. Darauf haben wir den Sender im Vorfeld schriftlich hingewiesen. Wir prüfen zurzeit juristische Schritte gegen RossijaTV.“

          Der WDR habe Rossija jedwede Verwendung, Verbreitung oder Ausstrahlung des Filmmaterials verboten. Außerdem weise man darauf hin, dass sich die russischen Journalisten möglicherweise des Hausfriedensbruchs schuldig gemacht hätten, da sie trotz mehrerer Aufforderungen Seppelts sein Hotelappartement nicht verließen.

          Hajo Seppelt hatte Besuch von der Reporter Olga Skabejewa vom russischen Staatsfernsehen erhalten, die ihn mit Beschuldigungen und Unterstellungen eindeckte und deren Drehteam Seppelts Appartement partout nicht verlassen wollte. Der Reporter musste das Team aus der Tür drängen und den Sicherheitsdienst rufen, am Ende verständigte er die Polizei.

          In dem vierten Teil seiner großangelegten Dokumentation über Doping im Sport hatte Seppelt zuletzt über Verbindungen höchster Regierungskreise in das russische Dopingsystem berichtet, unter anderem über den Sportminister Witalij Mutko, der an der Vertuschung eines Dopingfalls im Fußball persönlich beteiligt gewesen sei. Am 17. Juni wird der internationale Leichtathletikverband IAAF darüber entscheiden, ob russische Leichtathleten an den Olympischen Spielen in Brasilien teilnehmen oder wegen der zahlreichen Hinweise und Beweise für Doping im russischen Sport ausgeschlossen werden.

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