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Instanzenumzug in Köln : Neubau für das Kölner Justizzentrum

Bild: dpa

Das neue Gebäude für das Amts- und das Landgericht sowie die Staatsanwaltschaft soll auf einem Nachbargrundstück des heutigen Hochhauses entstehen.

          Das Land Nordrhein-Westfalen gibt das Justizzentrum am Inneren Grüngürtel in Köln auf und will für Land- und Amtsgericht bis 2028 einen Neubau in unmittelbarer Nachbarschaft des bisherigen Standorts errichten. Der 1981 fertiggestellte, von Henrik Busch entworfene Hochhauskomplex bildet mit dem Uni-Center, einem ein Jahrzehnt älteren Wohnhochhaus, ein Ensemble, das später um Gebäude für das Arbeitsamt und den ADAC ergänzt wurde. Wie das Uni-Center besteht das Justizzentrum aus drei scheibenförmigen Teilen in radialer Anordnung. Mit 23 Stockwerken erreicht es eine Höhe von 105 Metern.

          Patrick Bahners

          Feuilletonkorrespondent in Köln und zuständig für „Geisteswissenschaften“.

          Busch, der in Köln auch das Colonia-Haus am Rheinufer errichtete, bis 1976 das mit 147 Metern höchste Hochhaus Deutschlands, gehörte für die SPD zeitweilig dem Rat der Stadt Köln an, weswegen die Soziologen Erwin und Ute Scheuch die Vergabe des Justiz-Großauftrags an ihn in einem Buch als Beispiel für den kölschen Klüngel erwähnten. Sie nahmen den Vorwurf nach einer Aussprache mit dem Architekten zurück, um Busch als Opfer nicht weniger kölntypischer übler Nachrede hinzustellen. Ob die mit braunem Granit und weißem Aluminium verkleidete Stahlkonstruktion abgerissen werden soll, ist noch ungewiss. Die SPD befürwortet die Umwandlung in Wohnraum.

          Der vorgesehene Bauplatz ist im Bebauungsplan zwar als öffentliche Grünfläche ausgewiesen, doch soll zum Ausgleich neues Grün entstehen. Dafür wird die Hans-Carl-Nipperdey-Straße verschwinden, benannt nach dem ersten Präsidenten des Bundesarbeitsgerichts. Der Vater des Historikers Thomas Nipperdey und der Theologin Dorothee Sölle lehrte von 1925 bis 1963 an der Kölner Universität.

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