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Sorge vor Schädlingen : Insekten im Museum

Klein und furchteinflößend: Papierfischchen lieben Zellulosefasern. Bild: Simon Schmalhorst/SMB

Alle Museen fürchten Insekten, die ihre Sammlungen als Nahrungsquelle sehen. Trotzdem spricht kaum jemand in der Branche über Schädlingsbefall. Wer es tut, muss mit Konsequenzen rechnen.

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          Papierfischchen sind unglaublich schnelle, aber auch unglaublich schüchterne Tiere. Das Exemplar von Bill Landsberger hat gerade hinter einem Stück Filterpapier Deckung gesucht. „Na, wo steckst du?“, fragt Landsberger das Papierfischchen und rüttelt vorsichtig an der durchsichtigen Plastikschale. Das Papierfischchen, von der plötzlichen Bewegung aufgescheucht, zeigt sich kurz in seiner ganzen Größe – beachtliche fünfzehn Millimeter. Dann verschwindet es wieder hinter dem Filterpapier, in seiner Löchrigkeit Dokument der Zerstörungswut des Tierchens.

          Papierfischchen mögen klein und scheu sein – den deutschen Museen jagen sie momentan große Angst ein. Sie gehören zu den wenigen Lebewesen, die Zellulosefasern verdauen können. Deswegen hält Landsberger sie an seinem Arbeitsplatz, im Rathgen Forschungslabor in Berlin, neben Kleidermotten und Brotkäfern. Diesen Schädlingen verdankt Landsberger seine Stelle und die Museen viel Kummer. Allein in Berlin gibt es etwa fünfunddreißig Insektenarten, die die wertvollen Gemälde, Skulpturen und Felle weder als Kunst noch als Kulturgut, sondern als Nahrungsquelle ansehen.

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