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Ingeborg-Bachmann-Preis : Auszeichnung für Katja Petrowskaja

  • Aktualisiert am

Die Preisträgerin Katja Petrowskaja. Bild: Dennis Wagner

Die Klagenfurter Preisträgerin ist verkündet: Die in Berlin lebende Schriftstellerin Katja Petrowskaja erhält den 37. Ingeborg-Bachmann-Preis. Und der Wettbewerb selbst bleibt nun doch erhalten.

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          Dass sie unter den Preisträgerinnen sein würde, war zu erwarten gewesen. Nun ist es der mit 25 000 Euro dotiere Hauptpreis für die 1970 in Kiew geborene und in Berlin lebende Katja Petrowskaja geworden. Sie hatte mit ihrer Lesung, so berichtete unsere Korrespondentin Sandra Kegel, das Publikum tief beeindruckt:

          „Da erlebt man mit, wie ein Autor vor Publikum identisch wird mit der eigenen Stimme. Katja Petrowskaja, die auch als Kolumnistin für die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ schreibt, gelang dies mit einer bei aller Verstörung wunderbar leicht erzählten Geschichte. Sie handelt von ihrer jüdischen Großmutter, die 1941 von den Nationalsozialisten verschleppt und ermordet wurde. Wie sich die Literaturwissenschaftlerin, deren Debüt im nächsten Jahr bei Suhrkamp herauskommt, dem Grauen mit den Mitteln der Erinnerung und der Imagination, der Befragung und der Zweifel nähert, ist vielversprechend und rief beim Publikum zunächst Ergriffenheit, dann stürmische Begeisterungsrufe hervor.“

          Also doch nicht zum letzten Mal: Lesung auf den 37. Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt.

          Die zuletzt wegen Sparplänen des österreichischen öffentlich-rechtlichen Rundfunks (ORF) infrage gestellte Finanzierung des Wettbewerbs ist auch wieder sichergestellt. „Der Bachmann-Preis bleibt“, sagte ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz. Das mögliche Aus hatte heftige Proteste  ausgelöst. Fehlende Gelder sollen nun künftig durch Sponsoren gedeckt werden, teilte die Kärntner Landesregierung mit.

          Die 37. „Tage der deutschsprachigen Literatur“ brachten noch weitere Gewinner hervor: Die in Berlin lebende Autorin Verena Güntner bekam den Preis der Kärtner Elektrizitätsgesellschaft in Höhe von 10 000 Euro. Den 3sat-Preis in Höhe von 7 500 Euro gewann der in Hamburg lebende Autor Benjamin Maack. Der Ernst-Willner-Preis der Verlage in Höhe von 5 000 Euro ging an den in München geborenen Heinz Helle. Die Zuschauer kürten in der Online-Abstimmung die Österreicherin Nadine Kegele  zur Trägerin des Publikumspreises, der mit 7 000 Euro dotiert ist.

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