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Informatikjahr 2006 : Haut in die Tasten, Kinder!

Bringt der „Robocup” der Informatik neue Freunde? Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Informatik zum Anfassen: Auf das Einsteinjahr folgt 2006 das Jahr der Informatik - Gelegenheit, eine zwar überall präsente, aber nicht zu populäre Wissenschaft begreifbar zu machen.

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          Informatiker sind nicht zu beneiden. Sie müssen es ausbaden, wenn der Computer abstürzt, sich das Programm aufhängt oder eine wichtige Datei plötzlich spurlos verschwindet. Dabei stehen sie den Fehlern mitunter genauso ratlos gegenüber wie der arme „User“.

          Manfred Lindinger

          Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Die für Computernotfälle zuständige „Hotline“ gehört wohl zu den unbeliebtesten Diensten in einer Informatikabteilung. Doch zählen die Spezialisten für Hard- und Software ohne Zweifel in unserer Kommunikations- und Informationsgesellschaft zur gefragtesten Berufsgruppe, die nur in geringem Maß unter Nachwuchssorgen leidet. Im kommenden Wissenschaftsjahr, das der Informatik und ihren Anwendungen gewidmet ist, haben nun die Informatiker die große Chance, ihr Arbeitsgebiet der breiten Öffentlichkeit vorzustellen und mit Vorurteilen aufzuräumen.

          Das teuerste Jahr

          Die Wissenschaftsjahre können mittlerweile auf eine lange Tradition blicken. Sie begannen vor fünf Jahren mit dem „Jahr der Physik“. Dann folgten die Lebens- und Geowissenschaften, die Chemie und die Ingenieurwissenschaften. Das Einsteinjahr 2005 mit seinen unzähligen Ausstellungen, Tagungen, Konzerten, Lesungen, Theateraufführungen und Zitatspektakeln gilt als bisher erfolgreichstes und auch teuerstes Jahr dieser Reihe. Es zu überbieten wird den Organisatoren des Informatikjahrs - das Bundesforschungsministerium, die Initiative „Wissenschaft im Dialog“ und die Gesellschaft für Informatik - nur schwer gelingen, auch wenn man mittlerweile dreizehn Partner gewinnen konnte.

          Dabei hat das Thema Informatik einen großen Vorteil. Es ist überall präsent und durchdringt wie kaum eine andere Wissenschaft nahezu alle Bereiche unseres Lebens. Sie steuert, kontrolliert, mißt und warnt - auch dort, wo es keiner sieht, etwa in Handys, Autos und Haushaltsgeräten. Der Informatik ist es zu verdanken, daß jedermann überall in der Welt immer erreichbar ist. In Windeseile können riesige Datenmengen miteinander ausgetauscht werden. Noch nie waren Informationen so schnell und in solch einer Fülle jederzeit verfügbar. Die Informatik entwickelt sich in rasantem Tempo weiter und ermöglicht im Zusammenspiel mit der Miniaturisierung elektrischer Bauteile immer neue Produkte und immer schnellere Prozesse.

          Was man anfassen kann

          Dennoch wird es für die Macher des Informatikjahres eine große Schwierigkeit sein, die Öffentlichkeit für das Thema überhaupt zu interessieren und dessen Bedeutung für die Gesellschaft begreifbar zu machen. Mit virtuellen Welten, Videoinstallationen und Simulationen wird das kaum gelingen. Schließlich läßt sich nur zu dem ein wirklicher Bezug herstellen, was man auch „anfassen“ und „bewegen“ kann.

          Das Themenangebot, das Mobilität, Sicherheit, Gesundheit, Wohnen, Sport, Kommunikation, Unterhaltung und Kultur umfassen soll, verheißt jedenfalls viel. Auch bieten der alljährliche Wissenschaftssommer, der 2006 in München stattfindet, und die Fußballweltmeisterschaft der Roboter, der Robocup in Bremen, vielfältige Chancen.

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