https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/indien-feiert-75-jahre-unabhaengigkeit-gesellschaftliche-lage-im-land-18214021.html

75 Jahre unabhängiges Indien : Wie kann der Weg dieses Landes aussehen?

  • -Aktualisiert am

Symbolische Geste: Süßigkeiten für Draupadi Murmu, die Präsidentin der Republik Indien Bild: Getty

Indien feiert in diesem Jahr den 75. Jahrestag seiner Unabhängigkeit. Dazu passen bedeutende Entwicklungen in Politik und Literatur. Doch was besagen sie über die gesellschaftliche Lage im Land?

          7 Min.

          Im 75. Jahr seiner Unabhängigkeit kann die indische Nation zwei außergewöhn­liche Ereignisse verbuchen. Die indische Schriftstellerin Geetanjali Shree erhielt in London den Internationalen Booker-Preis für ihr Buch „Tomb of Sand“. Und eine Frau aus einem Ureinwohnerstamm, Droupadi Murmu, wurde mit überzeugender Mehrheit zur nächsten Präsidentin Indiens gewählt.

          Beide Ereignisse muss man im Kontext sehen, um ihre Bedeutung zu erkennen. In seinen zwei Kategorien hat der Booker-Preis immer wieder Romane indischer Autoren ausgezeichnet, allen voran Salman Rushdie mit „Mitternachtskinder“ und „Der Gott der kleinen Dinge“ von Arundhati Roy. Beide aber waren ursprünglich auf Englisch geschriebene Bücher. Zum ersten Mal ist nun die Übersetzung eines Romans, der in einer indischen Sprache, nämlich Hindi, verfasst wurde, für preiswürdig gehalten worden. Damit durften die regionalen indischen Sprachen offiziell in die globale Literaturarena einziehen. Warum ihnen das so wichtig sei, fragte ich eine prominente indische Literaturvermittlerin. Prompt kam die Antwort: „Weil wir ein von den Engländern kolonisiertes Land gewesen sind. Endlich ist unsere Literatur auch in unseren Landessprachen unabhängig ge­worden.“

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Schule für das Leben: Ball der Waffenbrüderschaft im November 1987 in der MfS-Bezirksverwaltung Dresden

          Putin in der DDR : Eine gute Schule für das Leben

          Fünf Jahre arbeitete Wladimir Putin als KGB-Offizier in Dresden. Stasi-Unterlagen aus dieser Zeit verraten mehr über den russischen Präsidenten, als diesem lieb sein dürfte. Ein Gastbeitrag.