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Polizei in Russland : Die Kunst der Einschüchterung

  • -Aktualisiert am

Polizistinnen in Russland: Ein Job, in dem man leicht seine Gesundheit und Familie zerstört und selber im Gefängnis landet. Bild: Picture-Alliance

In Russland wollen viele Jugendliche Ordnungshüter werden – doch manche bereuen ihre Berufswahl bald.

          4 Min.

          In Putins Russland müssen junge Leute die Scylla einer Berufswahl, die durch die Digitalisierung überflüssig gemacht wird, ebenso zu umschiffen versuchen wie die Charybdis sinkender Gehälter eines Großteils der Beschäftigten. Während Analysten voraussagen, dass Buchhalter und Bankangestellte schon bald verschwinden könnten, bringen nur wenige die geistigen Kapazitäten und den Idealismus für den oft schlecht bezahlten Arzt- oder Lehrerberuf auf. Deswegen erwägen viele eine Karriere bei den Sicherheitsorganen, deren Personalbestand trotz der schrumpfenden, aber gewaltbereiten Bevölkerung wächst und die auf absehbare Zeit kein Roboter wird ersetzen können.

          Kerstin Holm

          Redakteurin im Feuilleton.

          Die Bezüge von Polizisten steigen, die Erhöhung des Rentenalters betrifft sie nicht: Ordnungshüter gehen nach zwanzig Dienstjahren in Pension, die nicht von der staatlichen Rentenkasse, sondern aus einem Spezialfonds des Innenministeriums gezahlt wird. Für die Polizistenlaufbahn entscheiden sich oft Kinder von Militärs, aber auch aus bescheidenen Verhältnissen wie die Anwältin Nelly Schischowa, die an der Akademie der Strafvollzugsbehörde FSIN studiert hat, im zweihundert Kilometer östlich von Moskau gelegenen Wladimir. Heute warnt Schischowa vor dieser Berufswahl. Und es erscheint symptomatisch, dass von ihren Mitabsolventen nur diejenigen zu einem Gespräch bereit waren, die ebenfalls einen Karrierewechsel vollzogen.

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