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Impressionismus und Schweizer Kunst : Punkt für Punkt zeigt er uns Paris

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Paul Signac, Pont des Arts (Paris), 1925, Öl auf Leinwand, 89,3 mal 116,5 Zentimeter: Taxe 4,8 bis 5,5 Millionen Franken, zugeschlagen 4,6 Millionen Franken Bild: Koller

Die Prestige-Auktionen bei Koller in Zürich stehen an: Das Versteigerungshaus erhofft sich Millionen-Zuschläge für seine Offerte mit Impressionismus und Schweizer Kunst. Ein Spätwerk von Paul Signac lässt hoffen.

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          Impressionismus und Schweizer Kunst dominieren die Juni-Auktionen bei Koller vom 26. bis zum 28. Juni in Zürich mit Kunst und Antiquitäten. Paul Signacs großformatiges Spätwerk „Pont des Arts (Paris)“ von 1925 zeigt den Blick von der „Rive droite“ der Seine über den stählernen Pont des Art bis hinüber zu den markanten Türmen von Notre-Dame. Im Vordergrund pulsiert das Leben der Großstadt. Wie Sonnenflecken beleben die eng gesetzten Pinselstriche in reinen Farben die Szene. Das Gemälde ist auf 4,8 bis 5,5 Millionen Franken geschätzt.

          Fand keinen Abnehmer: Alfred Sisley, Les coteaux de Veneux, Vus de Saint Mammès, 1884, Öl auf Leinwand, 54,5
mal 73,5 Zentimeter, Taxe 1,6/2,2 Millionen Franken
          Fand keinen Abnehmer: Alfred Sisley, Les coteaux de Veneux, Vus de Saint Mammès, 1884, Öl auf Leinwand, 54,5 mal 73,5 Zentimeter, Taxe 1,6/2,2 Millionen Franken : Bild: Koller

          Eine Generation vor Signac prägte der Brite Alfred Sisley die impressionistische Malerei. Anders als Renoir und Monet zog er dem Pariser Belle-Epoque-Flair das Landleben vor. An der Mündung von Loing und Seine entstand 1884 die elegische Flusslandschaft „Les Coteaux de Veneux“ (Taxe 1,6/2,2 Millionen Franken), auf der sich Himmel und Wasser die Leinwand teilen. Ein mächtiger Lastkahn hat am Ufer festgemacht und verweist auf das neue Nebeneinander von ländlicher Idylle und unaufhaltsam vordrängender Wirtschaft Ende des 19. Jahrhunderts.

          Wassily Kandinskys „Ruine“ von 1905, Gouache auf dunkelgrauem Papier auf Karton, 33 mal 48 Zentimeter, für 300.000 Franken
          Wassily Kandinskys „Ruine“ von 1905, Gouache auf dunkelgrauem Papier auf Karton, 33 mal 48 Zentimeter, für 300.000 Franken : Bild: Koller

          Renoirs bildfüllende, barock geformte „Baigneusse assise“ – seine Haushaltshilfe Gabrielle – von 1913 ist auf 2,6 bis 3,5Millionen Franken geschätzt. Renoirs Frau Aline entließ ihre Cousine von Eifersucht geplagt noch im Entstehungsjahr des Gemäldes; der Pariser Kunsthändler Paul Durand-Ruel zeigte das Bild in seiner Galerie. Die Gouache „Ruine“ auf dunklem Tonpapier von Kandinsky, 1905 auf einer Tunesien-Reise mit Gabriele Münter gemalt, soll 300.000 bis 350.000 Franken bringen; sie war auf dem Pariser Herbstsalon 1905 ausgestellt. Kandinskys Freund und Bauhaus-Kollege Klee ist mit dem Aquarell „Grausame Tiere“ (150.000/250.000) von 1926 vertreten, Max Ernst steuert auf kleinem Format „Grand Paysage Américaine – Arizona“ aus dem Jahr 1955 bei, das bis zu 420.000 Franken bringen soll. Drei Jahre später malte Marino Marini „Le cavalier en noir“ (150.000/250.000) in Öl und Email auf Papier. Für Chagalls „L’âne rouge au-dessus du village“ von 1978/79 erhofft sich Koller 1,4 bis 1,8 Millionen Franken.

          Ferdinand Hodlers „Der Frühling“, Fassung IV, um 1912, Öl auf Leinwand, 106 mal 128,5
Zentimeter, für 4,1 Millionen Franken
          Ferdinand Hodlers „Der Frühling“, Fassung IV, um 1912, Öl auf Leinwand, 106 mal 128,5 Zentimeter, für 4,1 Millionen Franken : Bild: Koller

          In der Offerte mit Schweizer Kunst besetzt Hodler die Spitze: Sein auf vier bis sechs Millionen Franken geschätztes großes Ölbild „Der Frühling, Fassung IV“ von 1912 bezeichnete er selbst als „Programmbild“ des Jugendstils. Die erste Fassung von 1901 erwarb Karl-Ernst Osthaus; sie hängt im Essener Folkwang-Museum. Ankers „Strickendes Mädchen am Fenster“ von 1878 und seine „Kinder bei den Hausaufgaben“ (je 1,2/1,8Millionen, um 1900) runden das Angebot ab.

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