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: Im schwarzen Wald der Waffen

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Am Schauplatz sieht die Sache anders aus. Zu Hause in Deutschland läßt sich billig recherchieren: Man liest interessiert nach, daß die Betreiber des Geheimnisses sagen, man wolle schließlich doch nur in kleinem Maßstab machen, was ...

          Am Schauplatz sieht die Sache anders aus. Zu Hause in Deutschland läßt sich billig recherchieren: Man liest interessiert nach, daß die Betreiber des Geheimnisses sagen, man wolle schließlich doch nur in kleinem Maßstab machen, was die Sonne im großen tut, wenn man Teilchen in der Ionosphäre mit Mikrowellen beschießt, das höre sich bloß immer so dramatisch an: "Hochheben eines Stücks der oberen Atmosphäre", "ein Loch in den Himmel brennen", alles bloß eine Frage der Technik. Zugegeben, 3,6 Millionen Watt Energieaufwand ist mehr, als die ehrgeizigste elektrische Spielzeugeisenbahn frißt. Aber das ganze Gerede über mögliche Killeranwendungen, Zeichen am Himmel, Störung von feindlichen Satellitensignalen, nicht abhörbaren Funkverkehr mit tief tauchenden Atom-U-Booten, Durchleuchtung tiefer Gesteinsregionen im Erdinnern, Wettermanipulation, Schumannresonanz, Gedankenstörung, Hirnkontrolle - wer soll denn das glauben? Man erforscht hier einfach die Aurora Borealis, das Ding ist ein großes Observatorium und so geheim nun auch wieder nicht - schließlich hat sogar der deutsche "Spiegel" im Februar 2005 gemeldet, es sei Wissenschaftlern der Luftwaffe der Vereinigten Staaten gelungen, mittels Radiowellenbeschuß des Himmels künstliche Polarlichter zu erzeugen.

          Luftwaffe? Ja, sicher, die betreibt das Projekt zusammen mit der Marine und der Universität von Alaska, na und? Wird schon alles weitgehend zivil sein. Es liegt ja sogar ein Umweltgutachten vor, von der Regierung bestellt, dem zufolge es erheblich gefährlicher ist, sich nach einer ausgiebigen Wochenendrundfahrt mit dem Auto zehn Minuten auf die Kühlerhaube zu setzen, als jahrelang neben dieser Anlage zu wohnen. Ob das stimmt, wird man so schnell nicht wissen: Da wohnt nämlich fast keiner, und so lange gibt es die Anlage noch nicht, daß man schon etwas über Spätfolgen wüßte.

          Sie heißt Haarp: High Frequency Active Auroral Research Project. Die Abkürzung spricht man aus wie das englische Wort für Harfe, und deshalb leistet sich eines der kritischen Bücher, die es darüber gibt, den bescheidenen Spaß, im Titel zu mahnen: "Angels don't play this Haarp". Nicht nur Nick Begich, ein leidenschaftlich regierungskritischer, wohl auch ein bißchen obsessiver und querulantischer ehemaliger Chef der Lehrergewerkschaft von Alaska, und Jeane Manning, eine Umweltjournalistin, die mit Begich zusammen 1995 dieses Buch verfaßt hat, glauben, daß dieses Observatorium keines ist, sondern etwas ganz anderes. Ihrer Meinung sind auch Hunderte von Hobbygeheimdienstlern und Betreibern von vor lauter Ingrimm und Faktenklauberei komplett unlesbaren Websites beiderseits des Atlantiks sowie ein paar durchaus ernstzunehmende Wissenschaftler, darunter jener Bernard J. Eastlund, der einst im Zuge der "Star Wars"-Begeisterung zu Ronald Reagans Zeiten ein paar riskante Patente angemeldet hat, deren technische Umsetzung man auf dem Haarp-Gelände vermutet.

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